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Selbstläufer

Der letzte Block eines Workshops, das Thema “Abschied”. Ziel war es Fragetechniken zu üben, den Umgang mit Abschied zu beleuchten und davon ausgehend ein Symbol zu finden. Eigentlich auf den Kurs bezogen, entdeckte unsere Gruppe gleich ein universelles Bildnis des Einzelnen.

Ich bin kein Freund von Abschieden. Das wusste ich schon vorher, allerdings ist mir dort erst richtig bewusst geworden, dass ich die Phasen meines Lebens relativ unbeeindruckt durchlaufe und durchlaufen habe. Kindergarten, Schule, Gymnasium, Sonderschule, Universität – der Blick war eigentlich stets nach vorne gerichtet. Die Freude auf den nächsten Schritt, statt auf den bereits gegangenen Weg zu schauen. Auch von zu Hause bin ich unproblematisch ausgezogen, gut, vorerst nur vorübergehend und ohne mein komplettes Hab und Gut, aber ohne irgendwelche Schwere.

Zynischerweise könnte ich sagen “Es gibt nichts, was mich hält.”. Und traurigerweise ist da wohl etwas Wahres dran. Die wenigen Menschen, die mir wirklich etwas bedeuten, halte ich in meinem Leben. Daran ändert auch das Heraustreten aus einer gemeinsamen Lebensumwelt nichts. Kein Grund für einen Abschied, weil es keinen gibt.

Bei dem Symbol ließ ich mich zuerst einen aufsteigenden Pfeil geben. Einer, wie man ihn bei aufsteigenden Aktienkursen findet. Einfach aus dem Grund, weil ich beruflich, so kann ich wohl sagen, einen ziemlich straighten und vor allem unkomplizierten Weg gegangen bin. Kindergarten, Schule, Gymnasium, Sonderschule, Universität, Praktikumsplatz – ein Schritt folgt auf den nächsten, wie von selbst. Ich bin ein Selbstläufer, irgendwann einmal angestoßen gehe ich jetzt ganz einfach meinen Weg.

Dieses Bild repräsentiert zudem den Fakt einer gewissen Einsamkeit oder zumindest eines Alleinseins. Das ist wohl durch noch mehr Faktoren als meinen “Erfolg” bedingt, aber jedenfalls ziemlich passend. Wenngleich ich meinte, dass auf den anderen Bahnen neben mir noch welche laufen. Aber eben jeder für sich. Stichworte Freiheit, Freiwilligkeit und Autonomie.

Später fiel mir ein, dass der Selbstläufer auch im Zusammenhang mit Nichtabschieden passt. Wie viele wichtige Menschen – Frauen – wären wohl schon aus meinem Leben getreten, wäre ich ihnen nicht “hinterher gerannt”. Well, little stupid boy. Aber so bin ich eben. Wenn ich nicht möchte, das jemand geht, tue ich alles mir mögliche um ihn zum Bleiben zu bewegen. Selbst, wenn ich ihn dafür gehen lassen muss.1

Was (scheinbar) wirkliche Abschiede anbetrifft… reden wir nicht darüber.

Robby, they kill my heart

  1. Ha, der Satz soll nur zur Verwirrung und geistigen Aktivierung dienen. []

Irgendwas läuft falsch

Ausgangspunkt ist der Spiegelartikel über einen Steuersünder, der seine Bank verklagt, weil diese ihn zu spät über den Diebstahl der Kontodaten informiert hat. Das Gericht gibt ihm recht und weist ihm einen Teil seiner steuerlich unterschlagenen Summe zu.

Da haben wir also einen Kriminellen, der sich nicht unbedingt auf Kosten, aber zum Schaden der Gesellschaft bereichert, dabei erwischt wird und sich anschließend beschwert, weil ihm keiner rechtzeitig Bescheid gesagt hat. Sorry, aber das finde ich echt armselig. Wenn, dann richtig. Und nicht “Hätten sie mir mal gesagt, dass ich auffliegen kann, dann hätte ich mich vorher gestellt.”. Und sonst nicht, Herr Saubermann.
Stellt sich die Frage, ob die Bank ob der Machenschaften ihres Klienten wusste. Falls ja, trifft es immerhin die selbe kriminelle Struktur, falls nicht, sollte das Urteil obsolet sein. Außer man muss heutzutage immer damit rechnen, dass Kriminelle das Geld bei einem bunkern.

Spaßigerweise müsste jede größere Bank ihren Anlegern mal mitteilen, dass Kontodaten geklaut wurden. Ich wäre gespannt, wie viele Steuersünder sich plötzlich selbst anzeigen. Erbärmlich.

Robby, Recht und Gerechtigkeit

Nachturban

Da es mich wirklich zum Schmunzeln brachte, was sich zu dieser späten Stunde als recht förderlich erweist, möchte ich eine Auswahl der Gründe nicht vorenthalten. ((via nerdcore, manchmal schaue ich da vorbei)

1. Go to UrbanDictionary.com.
2. Do a search for your first name.
3. Post the result.

1. The most incredible guy in the universe, end of story. He’s sweet, caring, and truly amazing. He isn’t concerned with himself at all, but instead he’s concerned with other people. He always knows the perfect thing to say and the right time to say it. He takes your breath away and leaves you speechless. And he has a way of making your heart melt like no one else ever will. Robert is so wonderful, it’s almost impossible to find the words to match.

Der erste Satz reicht.

Robby, end of story

Mindcontrol

Die Macht über sich und seine eigenen Gedanken wird nicht in der alltäglichen Alltäglichkeit sichtbar, sondern dann, wenn es wirklich gilt sich zu kontrollieren. In leichter Instanz wäre das im Rahmen der Verführbarkeit durch Frauen. Also bei jenen, denen das nicht gestattet ist. Ohne da zu große Töne anklingen zu wollen, würde ich mir dabei eine große Widerstandskraft zuschreiben. Nicht bis ins Unendliche, aber zumindest so viel, als dass ich genug Bruchteile der Sekunden hätte, um mich zu widersetzen, aufzustehen und zu gehen. Oder konkreter: zu flüchten und um mein Leben zu rennen. Ich müsste es dann auch nur entsprechend tun. Bisher hat es aber keine Frau darauf angelegt.

Weitaus anspruchsvoller ist die Regulation in einem Zustand von… ich weiß gar nicht, wie ich ihn beschreiben soll. Und vielleicht ist ein derartiges Empfinden ja auch legitim. Wenn man nach einem schönen Tag das gemeinsame Ausklingen “aufopfert“, damit sich das Wunschkind noch mit anderen treffen kann, und man dort selbst aufgrund von Insidern, bei deren Entstehung man noch out war, unter den Tisch fällt. Nicht nur, dass man Zweisamkeit verliert, nein, man gewinnt zudem kein Gruppengefühl und hätte eigentlich etwas anderes machen können. Doppel-Lose.

Deswegen angepisst bis angenervt und verletzt zu sein, ist zumindest ambivalent. Auf der einen Seite wohl durchaus legitim, nimmt eine derartige Erweiterung dem Abend den runden Abschluss. Andererseits im Zuge der Fokussierung auf das Wunschkind und dessen Tag unangemessen und stimmungsschmälernd. Aufgeschoben ist ja nicht gleich aufgehoben – kommt einem aber mitunter so vor, besonders wenn man zwischen Unterbrechung und Wiederaufnahme auf dem Boden aufschlägt.1

Nun ja, es geht weniger um das konkrete Beispiel, als den Umgang mit derartigen „Musterreaktionen“. Und die Tatsache, dass mitfühlen und verstehen manchmal zwei Paar Schuhe sind. Mittlerweile bin ich in der Lage meine – fassen wir sie zusammen unter dem Begriff – patzigen Reaktionen erklären und verstehen zu können. Zudem kann ich sie im Anschluss an die auslösende Situation kommunizieren und offen legen. Das macht die Situation selbst aber noch nicht angenehmer.

Als Entwicklungsaufgabe oder –frage stehen damit zwei Punkte im Raum:

  1. Das Kommunizieren meines Gefühlszustands in der Situation selbst, wobei das mindestens beim Umfeld zu Verstörungen führen würde. Aber es ist die einzige Möglichkeit es währenddessen zu klären. Zumindest dann, wenn der andere es nicht von sich aus versteht und reagiert und es ihm nicht gerade vollkommen scheiß egal ist.2
  2. Das Anpassen meiner Interpretation und Verarbeitung in der Situation selbst. Stichwort kognitive Umstrukturierung, Reframing. Wobei sich gleichzeitig die Frage stellt, inwieweit meine Ansicht legitim ist.3 Ist meine Empfindung „gerechtfertigt“, gibt es keinen Grund sie umzumodeln. In den meisten Fällen empfinde ich sie als solche. Das ist wohl manchmal das Problem. Stellt sich die Frage, wie es mir in Action alleine gelingt meinen Fokus weg- und umzulenken.4

Die Wahrheit liegt vermutlich irgendwo dazwischen, mal schauen, ob ich sie bei zukünftigen Anlässen zu finden weiß. Es hinterher ziemlich schnell klären zu können ist schon mal ganz gut, aber noch nicht eine derartige Flexibilität, die einen zu mehr Genuss und Lebensfreude kommen lässt.

Das ist die Herausforderung: Automatische Muster zu brechen, während sie aktiv sind. Meistens stehe ich daneben und schaue ihrem Ablauf zu. Wobei ich jetzt manchmal schon fast lachen muss, so lächerlich absurd ist mein Verhalten. Und dennoch spule ich es weiter ab. Hat ja auch seinen Sinn, seine Funktionalität. Zumindest in der Vergangenheit. Klarheit und Offenheit machen einen immer so angreifbar und verletzlich. Und diese Option mag ich nicht, vor allem, wenn ich mich schon verletzt fühle.

Robby, Musterkontrolle

  1. Die Gründe seien mal dahin gestellt. Das gute Essen, der anstrengende Tag und eine gewisse Müdigkeit werden wohl mit reingespielt haben. []
  2. Das ist zwar auch okay, aber zumindest dann würde ich mir für ein bis zwei Stunden die Zeit autonom vertreiben. []
  3. Das ist sie ja erstmal per se, gemeint ist aber unter gesellschaftlichen/zwischenmenschlichen Aspekten. []
  4. Aber hey, es geht nun mal um mich /Egoist []

Burst

Manchmal wünschte ich mir, ich hätte Zauberkräfte. Ich meine, welche zu haben wäre prinzipiell cool, phasenweise wären sie aber regelrecht notwendig. Die diffuse, destruktive Energie der Unausgeglichenheit, die ich am liebsten aus dem Körper schießen würde. Ein Schlaghagel der Zerstörung.

Ich wäre gefährlich und verletzlich zugleich. Ein Entladen der inneren Spannung nach außen. Das Enzünden eines Feuerballs in der Hand, das Chargen und Blinken zu Gegnern, Stunlock und Knock-Back. Ein Anfall der Rage, der sich unaufhaltsam im Gegenüber entlädt. Dazu ein AoE-Knockback und der Feuersturm. Eine engelsgleiche Schwebehaltung, um dann mit unendlicher Energie alles herum dem Erdboden gleich zu machen.

Ja, ja, diese… Zerstörungswut ist das falsche Wort. Es ist wie gesagt eine innere Unausgeglichenheit. Energie, die ungebändigt und unkontrolliert durch meinen Körper strömt und die ich am liebsten von mir stoßen würde. Sogesehen würde ich am liebsten mich selbst aus mir stoßen.1

Die Folgen psychischer Beanspruchung, das Brechen meiner Schilde. Kein Paladin mehr, der sich für andere in den Sturm stellt, sondern ein gefallener Engel, eine verlorene Seele, die ihren Schmerz am liebsten in die Welt hinaus tragen würde.2

Robby, Death & Decoy

  1. Welch seltsamer Gedanke… []
  2. Hmm, das klingt jetzt ein bisschen zu dramatisch, oder?! :D []

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