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Liebe Ambivalenz

Es ist so eine Sache. Gestern Abend habe ich mir, vielleicht nicht zum ersten Mal in meinem Leben, aber bewusst zumindest nach einer langen Zeit, Sorgen um jemanden gemacht. Auf der einen Seite finde ich das gut, auf der anderen könnte man sagen, dass es mich verängstigt. Einer Person einen derartigen Stellwert beizumessen, dass ich sie nicht einfach so aus meinem Leben streichen respektive sie nicht wirkungslos aus meinem Leben verschwinden könnte.

Wie gesagt, ich finde das gut, ehrlich gesagt sogar schön und wünschenswert. Vielleicht sieht auch niemand die Zweischneidigkeit der Klinge, auf der ich – in der Hinsicht, oder prinzipiell – wandere. Persönliche Bedeutung und Wichtigkeit, die Akzeptanz dessen und Hingabe dazu ist überwältigend. Man berührt sich in ungeahnten Tiefen, wird frei gehalten und beschützt und… ich möchte jetzt nicht von “Platz im Leben“ oder dergleichen reden, aber zumindest findet man im Gegenüber einen Ort der Geborgenheit.

Der letzte Satz offenbart zugleich die „Problematik“: Vergänglichkeit. Wobei, das ist das falsche Wort. Es ist eher die Tatsache, dass die Sicherheit eine unsichere ist, oder ein Teil von mir sie zumindest dazu macht. Dass ich nicht sagen kann, dass es das bis zum Ende ist. Muss ich auch nicht, soll ich vermutlich nicht mal und möglicherweise würde sie das nicht einmal wollen. Ich würde es aber gerne, von meiner Seite aus. Für mich. Sagen zu können “Das ist es.“.

Ehrlich gesagt ist es das für unser Alter wohl auch. Ich könnte mir keine Freundin vorstellen, die offener und verständnisvoller für mich da ist. Der ich sagen kann, dass ich nicht darauf aus bin, aber befürchte, dass es mit mir und den Frauen in irgendeiner Form irgendwann noch einmal spannend wird. Der ich erzählen kann, unter welchen Umständen eine andere Frau für sexuellen Austausch interessant sein könnte und ich aufpassen bis um mein Leben rennen müsste. Eine, mit der ich selbst über die persönlichsten und intimsten Themen reden kann, ohne, dass sie gleich frei dreht. Eine, die fähig ist auch über sich und mich hinaus zu schauen. Was nicht im Ansatz selbstverständlich ist, weder im Bekannten- und Freundeskreis, noch in einer Beziehung. Das macht derartige Menschen – und damit im Speziellen sie – so unheimlich wertvoll. Und die Verbindung zu ihnen so latent gefährlich.

Es ist jetzt keineswegs so, als hätte ich ständig die möglichen Schmerzen und Schattenseiten im Kopf, was passieren könnte, wenn sie Typ XY kennen lernt oder Frau YZ in mein Leben tritt. Im Gegenteil, wir nehmen das Ganze eigentlich extrem unbeschwert. Nur gibt es eben diese Momente, in denen die Zukunft von Dunkelheit umhüllt ist. Ich meine, das ist sie immer, aber wir alle machen uns Vorstellungen und Illusionen. Planen und schauen voraus, ohne dass wir wissen, ob wir am nächsten Morgen wieder aufstehen. Auf eine gewisse Art und Weise ist das widersinnig und amüsant. Hilfreich und Orientierung gebend, ohne Frage, gleichzeitig aber auch verängstigend. Sich zu überlegen, welche potentiellen Möglichkeiten sich im Anschluss an unser Studium ergeben, wenngleich noch nicht einmal klar, ob wir zu dem Zeitpunkt noch zusammen sind, geschweige denn am Leben. Mit einer „richtig“ fallenden Dominokette entgleist der Zug, in dem ich gerade sitze und diese Zeilen werden nie veröffentlich, außer…1

Nicht, dass das wünschenswert wäre, aber alle Planungen liegen doch der Annahme zugrunde, dass es so weiter geht wie bisher. Keine Konkurrenz, keine Schicksalsschläge, keine Fehltritte, kein Auseinanderleben. Dass das Leben zwar ein wenig schwankt, aber weiter in gerader Bahn verläuft. Und meistens tut es das auch, spätestens, wenn man einen angepassten Blick zurück wirft, aber…

… meine Freundin hatte sich ja beschwert, dass ich zu wenig blogge.

Dem sei damit entgegen gewirkt. Nicht aus Verpflichtung, sondern aus Schreibbedürfnis.2 Und wer aufmerksam liest, findet nicht nur Weltschmerz-Content.

Robby, reicht dann auch wieder

  1. Ich spinne mögliche Szenarien mal nicht weiter. []
  2. Und zu viel Zeit im Zug :p []

Ein Satz, den ich – neben vielen anderen – gestern zu hören bekam. Erstaunlich daran, dass er aus dem Mund meiner Freundin kam, die meinte, dass ich hier ja nur etwas schreiben würde, wenn es mir schlecht ginge, ich im Ahüüüü-Modus wäre und sie ja recht gehabt hätte. Ich wiederum entgegnete, dass ja keiner etwas davon hat, würde ich schreiben wie gut es mir doch geht, wie schön die Welt ist und wie zufrieden ich mit meiner Beziehung bin. Ungeachtet der Tatsache, dass dieses Statement den Weg schon hier her gefunden hat. Darüber hinaus sind ale erzählenswürdigen Sachen unseres Zusammenseins hier nicht veröffentlichbar. Ich meine, manche Dialoge und Interaktionen sind grandios, aber gehen keinen etwas an. Zumindest, wenn die Zuordnenbarkeit gegeben ist.

Ich meinte, soll sie doch ihren eigenen Blog und/oder Twitteraccount einrichten, so dass sie dann die ganzen persönlichen Sachen anonym der Welt mitteilen kann. Wert wären sie es auf jeden Fall. Ich bin jetzt erst einmal gespannt, was ich mir als Reaktion auf diesen Eintrag von ihr anhören darf… bestimmt wird sie sagen “Was soll denn das heißen, “Was du dir von mir anhören darfst.”?! Das klingt ja so, als wäre ich die übelst schlimme und…”. Ich kommentiere das jetzt einfach mal nicht :D

Robby, bloggfrei1

  1. Hinzu kommt die Tatsache, dass ich die meisten meiner Erkenntnisse schon gewonnen habe und nicht ständig auf neue, erwähnenswerte Sachen stoße. Man wird ja irgendwann auch müde… []

Avatar in 3D

Mittlerweile ist es schon wieder zwei Wochenenden her, dass ich in “Avatar” war. 27€ für zwei Personen war ein unerwartet happiger Preis, der, lasse ich die shared experience außen vor, in meinen Augen nicht gerechtfertigt war. Hervorragende akustische und visuelle Stimulation, ohne Frage. Ein optische Erfahrung, an die sich die Augen erst gewöhnen mussten, die anschließend aber in Fleisch und Blut überging. Aber die Story?! Nicht vorhanden, beziehungsweise auf niedrigstem Anspruchsniveau. Aber das wurde mir schon im Vorfeld gesagt, beziehungsweise war überall zu lesen.

Bleibt ein geistiger Nervenkitzel, ästhetische Schönheit und eine universelle Ästhetik. Der Einklang des Lebens, die Verbundenheit, das Spüren, die Identifikation, der Respekt. Bewegend und berührend. Zumindest kribbelte es bei mir im Kopf und auf meiner Haut. Sehr schöne Darstellung, wobei ich bei der partnerschaftlichen Vereinigung damit gerechnet hatte, dass sie ihre Zöpfe miteinander verbinden, was mich wiederum an die Asari aus “Mass Effect” erinnert hätte. Aber auch so ließe sich wohl eine Verbindung zur sexuellen Begegnung ziehen. Zumindest, wenn sie (auch) Ausdruck von Liebe, Zuneigung, Verbundenheit und dergleichen ist, und nicht nur ein triebbefriedigender Fick.1

Aber das ist ein anderes Thema.

Robby, in motion

  1. Was ja nicht unbedingt etwas Schlechtes ist, je nach persönlicher Weltsicht und Bedürftigkeit. []

Traumfeuerwerk

In den letzten Tage träume ich wirklich viel. Dass ich entführt werde, ins Weltall geschossen werden soll, dabei vermutlich draufgehe, dann doch eine Überlebenschance besteht, ich das Stockholmsyndrom ausbilde, mit den Entführern essen gehe, mir Kinder ans Bein gehangen werden sollen, wo ich rein mathematisch schon nicht der Vater sein kann und dergleichen. Jeweils mit einem Detailgrad, der den Umfang des Eintrages sprengen und doch nichts verständlicher machen würde.

Jedenfalls finde ich es gut, dass ich wieder verstärkt träume. Den Inhalt und Umfang betreffend, finde ich es manchmal doch ein wenig erschlagend.

Robby, *bäm*

Überfüttert

Das Lustige ist, dass man sich an so ziemlich allem gnadenlos überessen kann. Nachdem ich die letzten drei Tage phasenweise exzessiv “Dragon Age: Origins” gespielt habe, hängt es mir just in diesem Moment zum Hals raus. Vor allem aufgrund des Beziehungsmanagements das man dort schieben muss. Als wäre das im realen Leben manchmal nicht schon anstrengend genug.

Selbiges gilt auch dort, sei es mein Verhältnis zur allgemeinen Menschheit oder mir wichtigen Personen. Auch diese habe ich nach einer gewissen Zeit erst einmal genug gesehen. Im Bett rumgammeln ist eine Zeit lang ganz angenehm, wird aber auch schnell ätzend. Auf produktiv sein habe ich auch nicht immer Bock und selbst bloggen geht nicht dauerhaft, selbst wenn mehr als genug Themen vorhanden sind. Selbiges gilt natürlich auch im “positiven Sinne”, sprich umgekehrt, und lässt sich wohl auf eine Vielzahl anderer Bereiche ausweiten.

Auch auf die Gefahr hin dafür wieder mindestens verbal geschlagen zu werden: Autonomie und Sicherheit. Oder zumindest das Balancespiel der Extremen. Und ich bin in der Hinsicht extrem…12

Funktioniert übrigens auch gut in Interaktion mit Menschen. Ihm zu geben was er braucht, ihn damit regelrecht zu überschütten, wird ihn relativ zügig auf die andere Seite oder zumindest in deren Richtung gehen lassen. Eine einfache Erkenntnis, die – halbwegs passend umgesetzt – unheimlich viel Macht verleiht. Nicht über jeden, nicht per se und in jeder Hinsicht, aber auf jeden Fall als gute Basis.

Manche Menschen überfüttern sich auch selbst, indem sie nicht genug kriegen können. Diese spielen dann beispielsweise exzessiv “Dragon Age: Origins”, bis sie davon das Kotzen kriegen, weil sie andere Bedürfnisse zu sehr haben hungern lassen.

In dem Sinne gehe ich jetzt ins Bett, versuche mich zeitnah zu regenerieren und morgen geistig fit am Workshop teilzunehmen.

Robby, braucht dauerhafte Abwechslung

  1. Allein das ich gestern bis um sechs vor dem Rechner um zu spielen saß *lach* []
  2. Und dann mehr aus Vernunft als aus Bedürftigkeit ins Bett gegangen bin. []

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