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Ich glaube an…

Bei uns laufen zur Zeit die Hochschultage – überLeben_06.
Jeden Tag ein anderes Thema, immer lustige Leute, die rumstehen, ‘n Zelt auf’m Campus usw.
Weiterhin stehen Clipboards rum, wo man zu den täglich wechselnden Themen einen Satz ergänzen darf.
Gestern wäre’s “Liebe ist…” gewesen – nuja, konnte mir’n Kommentar verkneifen (zumindest schriftlich – verbal musste ich’s’nem Kommi mitteilen :D ) – stand eee schon zuviel dran.

Jedenfalls lauf’ ich heute nach der Vorlesung, perplex, aber mit mp3s in den Ohren Richtung Ausgang, als ein projekt-involviertes oranges Männchen auf mich zukommt.
Freundlich wie ich bin Ohrstecker rausgenommen, seinen Worten gelauscht, zum Pinboard geguckt – Satz heute: “Ich glaube an…”
Inneres Hadern mit mir selbst, auf die Frage, ob ich denn auch was drauf schreiben würde.
Langsames Nähergehen zur Tafel – soviel steht noch nicht dran.
Ich überlege, zögere, zücke den Stift, zögere abermals.
Ich suche mir eine freie Stelle – drumherum große Worte.
Ich setze an – peinlich schießt mir durch den Kopf.
Ich beginne innerlich über meine eigene Dummheit zu lachen.
Ich schreibe, klein.

Liebe

Stift und Kappe rasten ein.
Ich wende mich dem Studenten wieder rasch zu.
Seine Reaktion? Nicht drauf geachtet – egal.
Ich bekomme ein kleines Beutelchen als Belohnung, den Hinweis, dass heute Abend’n Vortrag zum Thema Glauben statt findet, wenn ich Zeit und Lust hätte, könnte ich ja vorbeikommen.
Ich habe das Tütchen in meiner Hand – es wird sich verabschiedet, ich lächle.
Ich verkabel mich wieder, führe meinen Weg fort, kopfschüttelnd über das, was ich da gerade geschrieben hab.
Positive Gedanken, Gefühle durchströmen mich – Gänsehaut.
Ich fühl’ mich wohl, weiß, dass ich das Richtige geschrieben habe.
Es beginnt zu regnen.
Die Euphorie beginnt zu verblassen.
Ich erreiche den Bahnhof, verlasse die Stadt und weiß,Ich hätte es größer schreiben sollen…

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2 Responses to “Ich glaube an…”

  1. [...] Vielleicht doch’n Buch schreiben, dann würde womöglich die finanzielle Abhängigkeit gelöst werden. Zumindest steht auf dem Ausdruck von “Ich glaube an…”, eingereicht zum Literaturwettbewerb an der Uni und meiner Mom in die Hände gefallen: [...]

  2. [...] zu viel drumherum… –> raus) “Gesicherte Vermeidung” (Vorschlag von Schaf) “Ich glaube an…” (wohl einer meiner besseren Einträge, auch wenn es für keinen Uni-Literaturpreis gereicht [...]

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