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2. Thüringer Blogwanderung

Ich hab’ die ganze Zeit überlegt, wie ich denn am dümmsten anfange, struktiere, ordne, vorgehe, schreibe – und versuch’s einfach mal halbwegs chronologisch.

Das beginnt mit der Tatsache, dass ich ja eigentlich pünktlich(er) gewesen wäre. Fünfzehn Minuten zu spät sind immerhin weniger als eine halbe Stunde zu früh.
Eigentlich war ich ja pünktlich fertig, vorbereitet – uneigentlich hatte ich dann einen optimalen Fahrplan. Wäre denn heute der entsprechende “Umsteigzug” gefahren. Ist er aber nicht. Also schon vorneweg das Wissen peinlicherweise nicht zur vereinbarten Zeit da sein zu können. Da ich deswegen die Gruppe nicht warten lassen wollte, sollten die ruhig vorgehen, ich würde sie schon finden bzw. einholen. Dankenswerterweise wurde mir von Jojo eine etwaige Wegroute vorgelegt, so dass ich entsprechende Treffpunkte ausmachen konnte und mir folglich nur noch überlegen musste, wie ich selbst am besten laufe/zu ihnen stoße.

Gruppenstartzeit war 14:15, Ankunft am Westbahnhof 14:21. Bis zum Startpunkt hätte ich gute zehn Minuten gebraucht, also musste ich’ne knappe Viertelstunde rauslaufen, was ich aber bei gemütlichem Gruppen-Geh-Tempo und entsprechendem zügigen Vorankommen meiner Person für machbar hielt. Dass in der Realität Straßenverbindungen nicht in der Form existieren, wie sie es auf meiner Karte taten, ist eine andere Sache. Die mich unnötig Zeit gekostet hat, war ich doch spät dran und noch niemand in Sicht. Auch die (dreimalige) Statusabfrage der Gruppe gestaltete sich als problematisch und blieb bei einem Versuch.
Aber ich wusste ja dank Karte, Ausschilderung und Zielort, wo ich hin muss. Irgendwo auf dem Weg würde ich sie ja schon aufgabeln, so’ne Meute kann man ja nicht übersehen. Dass ich mich bei entgegenkommenden Passanten nicht nach einer etwa fünf bis zehn Personen starken Gruppe erkundigt habe, die ihnen vielleicht begegnet sei, sollte sich erst später als vorteilhaft herausstellen.
So hieß es erstmal: Blau oder Gelb?! Zwei Wege zum Ziel, beide gleich lang. Telefonisch war auch an diesem Scheideweg niemand zu erreichen – blau. Wieso/weshalb/warum sei ja mal dahingestellt.

Immer noch niemand in Sicht. “Man müssen die verdammt schnell sein.” schoß mir durch den Kopf. Zumindest dort, wo noch Platz war, neben dem hochpulsierenden Blut. Schon heftig, wie der Körper hörbar gehämmert hat, ein teilweises Gefühl unsagbarer Anstrengung. Zumindest der Aufstieg hat das eigentliche Training konditionell wohl locker ersetzt.
Meine Gedanken wechselten zwischen “Spätestens am Fuchsturm wirst du sie ja treffen.” und “Juhu, Blogwanderung alleine.” hin und her, so dass ich mich aus Beweiszwecken entschied, einfach mal paar Wegbegegnungsfotos zu machen, nicht, dass es dann hieße, ich wäre gar nicht dagewesen. Außerdem war das’n guter Vorwand sich einen Moment Ruhe zu gönnen.
Stadt, Natur- und Heimatpflege und schließlich auch der Fuchsturm samt Schild.
Bei der Aufnahme der ersten Szenerie übrigens die schöne Lebensweisheit (sic!) “Lieber die sichere Hölle, als der unsichere Himmel.” aufgeschnappt. Hat mir gefallen.

Nachdem ich nun endlich oben war erst mal umgeguckt, wer denn so nach Blogger aussieht. Nebenbei weitere Alibi Aussichtsfotos gemacht, als plötzlich mein Handy klingelte, mit der Frage, wo ich denn sei. Auf meine Antwort folgte nur ein “Ok, wir sind auch gleich oben.” *lach*
Der Wolkenbruch hat mir übrigens gefallen, auch wenn er in natura weitaus schöner anzusehen war. Aber hey, wenn man schon dumm rumstehen und warten muss, kann man das ja auch ruhig fotografieren.

Und so wartete ich. Auf eine brandschatzende, marodierende Meute. Heerscharen von Bloggern, die sich lautstark und unübersehbar den Weg nach oben kämpfen und eine Schneise der Verwüstung hinter sich herziehen würden.
Drei, DREI läppische Hanseln. (Nichts gegen euch Jungs, aber nach Erzählungen des letzten Jahres…)

War aber nicht weiter schlimm, womit wir zu den anwesenden Personen kommen.
Jojo “kannte” ja schon vorher, von Gonzo hatte ich nur ein bis zwei mal was gelesen und nicht wirklich’ne Vorstellung [warum leitet der bei dir eigentlich um und bei mir nicht *argh*], war/ist aber nicht unsympathisch und Sven, Kopf der Thüringerblogzentrale.
Von ihm hatte ich entsprechend mehrfach was gelesen und auch die ein oder andere Diskussion/Auseinandersetzung mitbekommen und ich muss ehrlicherweise sagen, das mein Bild von ihm davon ausgehend “nicht das Beste” war. Ich wurde (und das kann man, wenn man will, auch wortwörtlich so sehen) eines besseren belehrt.
Kann man sich etwa so vorstellen: Flachpfeife (Erwartung) –> unerwartet positiv überrascht (Erstkontakt) –> “Oh mein Gott, was habe ich getan.” (Verlauf).
:D
Er wird’s (meine überspitzten Ausführungen hier) verstehen (hoff’ ich ^^), war es umgekehrt zwar nicht gleich, aber zumindest ähnlich. Dazu komme ich aber ganz am Ende und lass’ es hierbei bewenden.

Nachdem wir nun vereint waren und sich die Mitgliederzahl um satte 33% erhöhte, wurden erstmal nerdy die Laptops ausgepackt um… nein, natürlich nicht. Lag aber vielleicht auch daran, dass jeder mit sich selbst schon genug dort hoch zu schleppen hatte und dort bestimmt auch kein Internetanschluss zur Verfügung gestanden hätte.
Nein, die Jungs fingen an oder führten fort mit Politik. Ich musste dabei ehrlich gesagt erst mal grinsen :D Neben intelligenten und kontroversen Diskussionen entstand hierbei auch das einzige Gruppenfoto. Wie sich Jojo noch ein zweites Mal draufschmuggeln konnte, bleibt mir allerdings unklar.

Von links nach rechts: Sven, Jojo, ich, Gonzo.

Im studivz hätte jetzt jedes Getränk noch den passenden Link zum Anklicken. *will ich haben* (für Wordpress)

Um ersteres ging es übrigens ausgiebigst nach dem – diesmal gemeinsamen – Abstieg, der nicht nur weg- und thementechnisch interessante Wendungen annahm. “Nachbereitung” im Markt 11 wurde das genannt, bevor sich dort kurz vor sechs unsere Wege wieder in alle Richtungen streuten. Details werden keine genannt, war aber interessant und abermals diskussionsreich.

Ich fand sowohl Veranstaltung als auch Teilnehmende äußerst angenehm, trotz oder vielleicht wegen der (mehr als) überschaubaren Größe. Auch die Strecke ist schön, wenn man sie nicht gerade “hochhetzt”. Aber für zukünftige Spaziergänge – sei es unter Bloggern oder mit anderen – gibt es ja noch genug andere Wanderwege.

Und ja, alle, die nicht dabei waren, haben was verpasst! Vor allem mich :D :p

Robby, blasiert :p (und hat Hunger)

Nachtrag: Siehe auch Gonzo und TBZ.

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5 Responses to “2. Thüringer Blogwanderung”

  1. [...] nämlich Sven von der TBZ, JoJo und meine Wenigkeit. Ich will aber nicht unerwähnt lassen das Robby später am Fuchsturm auch noch zu uns [...]

  2. on 29 Okt 2007 at 15:12 Gonzo

    Wohin denn umleiten??
    Schick mir doch einfach ne Email mit Problembeschreibung :)
    Vielleicht kann ich dir ja helfen :)

  3. [...] Dabei hatte ich die Freude einen sehr sympathischen Bloggerkollegen kennenzulernen, dessen Konterfei, das ich auf seinem Blog zu sehen bekam, ich überhaupt nicht mit dem lächelnden und munter schwatzenden Jungen in Einklang bringen konnte, der da neben mir lief. Eine krasse Inkonsistenzerfahrung, die wohl auch Robby zuteil wurde, wie er in seiner Zusammenfassung unserer Wanderung schrieb. [...]

  4. [...] hatten wir so schön bei der zweiten Bloggerwanderung festgestellt: Klickvieh. Wenngleich das “Opfer” die Täter wohl auf anderem Wege [...]

  5. [...] tausend mal lieber als eine tausendfache Anzahl an Klickvieh, wie wir es auf der Bloggerwanderung vor zwei Jahren [...]

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