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8 Blickwinkel

Eine Situation, n verschiedene Sichtweisen. Objektiv, subjektiv, interaktiv, interpretativ. “8 Blickwinkel” greift nun, wie der Titel selbst sagt, eben acht dieser heraus. Ein Ereignis, acht verschiedene Perspektiven, die sich dennoch alle um eine Sache drehen und deren Sichtlinien sich mehrfach überschneiden.

Der Anfang ist intelligent gemacht. Man folgt dem all seeing eye, dem Auge der Medien. Aus sicherer Entfernung sieht man dem Geschehen auf der Bühne zu, bis alles aus dem Ruder läuft. Schnitt, Personenwechsel und das ganze Spiel von vorne. Dabei gibt es mit jeder Figur auf dem Spielfeld ein Puzzleteil mehr. So spekuliert man über potentielle Tatsachen und Verläufe, die sich im Anschluss dann aufklären. Eben dann, wenn man sie aus einem anderen Blickwinkel betrachtet. Wobei zu sagen ist, dass einige Sachen doch arg vorhersehbar waren.

Von der Machart her fühlte ich mich leicht an “Memento” erinnert, erklären sich dort Dinge auch erst im Nachhinein und erscheinen in vollkommen anderem Licht, als man zuerst vermutete. Im Gegensatz zu diesem genialen Werk kann “8 Blickwinkel” diese Faszination allerdings nicht halten und verkommt in der Multi-Angle-Sicht, sprich wenn sich die einzelnen Figuren überschneiden, zu einem zwar unterhaltsamen, aber regelrecht tumben Actionfeuerwerk, der den anfänglich intelligenten Aufbau schlichtweg hinfort fegt. Ich sprach spaßishalber von James Bond. Der zuvor spannende Plot wurde in meinen Augen einfach nur abgeschossen, zumal ich vor allem im Ende einige (inhaltliche) Logikfehler sehe.

Die eigentliche Handlung ist kurz erzählt und da man den Interaktionsrahmen scheinbar sehr kompakt und dicht halten wollte, ist folglich auch nicht viel Bewegungsspielraum (Streuung, Varianz) vorhanden, was auch die gefühlte, kurze Dauer und reale Spielzeit von offiziellen 90 Minuten, die wohl allerdings eher 75 betragen. Mit etwas größerer Inhaltsreichweite hätte man sicherlich viel machen können und den eigentlich intelligent aufgezogenen Plot zu einem besseren Ende führen können. So war der Film zwar kurzweilig, actiongeladen und interessant – im Endergebnis allerdings irgendwie unbefriedigend.

Durchaus unterhaltsam, aber kein hochkomplex verschachteltes Meisterwerk, wie man es hätte erwarten können – bei acht unterschiedlichen Perspektiven. Zumindest nicht im Verlauf der Geschichte. Ein hoher Einstieg, der allerdings nicht abflacht, sondern knallhart zu Boden stürzt.

Robby, line of sight

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2 Responses to “8 Blickwinkel”

  1. [...]  Vom Leben Gebloggt [...]

  2. [...] und ich waren heute in “Jumper”. Nach einem insgesamt eher enttäuschenden “8 Blickwinkel” auch hier eine böse Vorahnung – Filme ab 12 sollte man sich wahrlich schenken, zumindest dann, [...]

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