Bloggerlesung – die Lesung
17. Mai 2008 von Robby
Kommen wir zum Herzstück der und eigentlichen Veranstaltung, der Lesung selbst. Die war neben einiger persönlichen sub-suboptimalen Rahmenerscheinungen wirklich toll, vermutlich sogar großartig. Ich hoffe, dass ich Autoren samt zugehöriger Texte zusammenkriege. Bis auf bastih habe ich bis dato keinen regelmäßig, geschweige denn überhaupt mal wirklich gelesen. Das wird sich in Zukunft höchstwahrscheinlich ändern – mal schauen.
Auch hier wieder in chronologischer Abfolge mit Querverweisung und Links, sofern verfügbar.
Kolumnistenschwein alias Textspeier machte mit zwei Texten den Anfang.
“Der Tag, an dem ich beinahe einen Mercedes SL erstand” oder wie man im Winter einen Autoverkäufer zur Weißglut bringt. Ich weiß nicht, ob die anfängliche Vortragsgeschwindigkeit als bewusstes stilistisches Übertragungsmittel der Kälte dienen sollte oder andere Ursachen hatte, empfand den im Verlauf folgenden, zügigeren Redestil allerdings angenehmer. Ansonsten sehr unterhaltsamer Text, lediglich die End-Pointe ging an meinem Geschmack vorbei.
“Mal wieder fürs Konto bechern” war der zweite Texte und, wie ich finde, thematisch passendst ausgewählt. Winter und Frühling – perfekt aufeinander abgestimmt. Ebenso wie Anfang und Ende. Passende Rahmengeschichte mit schönem Bild innendrin – hat mir gefallen.
Smikey, der sich Smeik-ey und nicht Smickie ausspricht, war Nummer Zwei mit dergleichen Anzahl Texte.
“Ende gut, alles gut – oder – Was scheisse begann kann ja nur noch besser enden.” – inhaltlich würde ich sagen alltäglich, dennoch gut geschrieben und vorgetragen und stellenweise arg zum Wegschmeißen, was vor allem an der Tatsache und Vorstellung des Mädchenzimmers und der davor stattfindenden (wenn auch berechenbaren) Aufzählung liegt.
“Alles wie immer” hat mich im ersten Moment an einen gleich ähnlich klingenden Eintrag meinerseits erinnert. Im Weiteren erschloß sich mir zwar kein (oder nur begrenzter) Inhalt seitens des mein Haus, mein Auto, meine Frau(en) – aber jeder, wie er mag.
bastih (*Puschel schwenk*) las nur einen Eintrag, der darüber hinaus nicht sein eigener war. Den dafür unheimlich gut. Hat mir gefallen.
Die vereinten “duck tales” und “duck tales II” des Herren pulsiv. Wirklich grandios, ich würde fast sagen enten- beziehungsweise gottgleich. Erschieß mich gut – wer es nicht gesehen und gehört hat, hat definitiv etwas verpasst.
pulsiv war anschließend selbst am Start, mit drei (?) ebenso lustigen Texten von sich selbst, als auch einem vom Kollegen bastih.
Meinungsplatzhalter, bis mir pulsiv bitte alle vorgetragenen Texte in chronologischer Reihenfolge verlinkt – bis auf den 10 Wörter-Text sind mir die anderen derzeit leider entfallen
“Das Überlaufbecken” – der Text von bastih. Eigentlich muss man mehr nicht sagen, spricht das doch für sich. Ein wirklich eindringliches Bild, hervorragend gezeichnet. Absolute Flow-Momente bei Zwei und vor allem dem Abschlussatz – *bäm*
Ich möchte dem Herren pulsiv keineswegs zu nahe treten, allerdings scheint ihn der Text während des Vorlesens phasenweise emotional sehr mitgenommen zu haben. Verständlich – und finde ich gut. Spricht für beide.
Meine Wenigkeit. Während die Ruhe sich immer mehr in Anspannung, Aufregung und Zittern verwandelte inklusive allem, was dazwischen liegt, galt es nun für mich das Podest zu betreten.
Drei Texte hatte ich ja mitgenommen, einen wollte ich nur vorlesen, vermutlich aus ebenselben Gründen wie im Eintrag zuvor genannt. Eine vermeintliche Sicherheitsleine, die sich retrospektiv eher als Fallstrick offenbarte und ich mir hätte schenken können und sollen. Will heißen, ich habe nach anfänglicher Unsicherheit nach Zustimmung (oder zumindest fehlender Gegenstimmung) doch alle drei Texte vorgetragen. Lief besser als erwartet, wenn ich auch nicht weiß, wie es lief. Die innere Aufregung war vielleicht nicht verflogen, das Zittern nach außen hin aber (meiner Eigenwahrnehmung nach) nicht sichtbar. Maximal an der Intonation kann man es bemerkt haben, vor allem immer dann, wenn ich kurz aus dem Fluss kam. Zwei Rechtschreibfehler entdeckt und mittlerweile korrigiert.
Die vorgetragenen Texte waren “Ankündigung”, “Tödliche Frauen” und “Wie der Jäger sich jagt”. Ich denke, in Zukunft dürften auch persönlichere Texte tragbar sein, sofern diese vorlesbar sind. Mal schauen, hat trotz aller Unsicherheit Spaß gemacht. Daran muss ich arbeiten.
Maida mit “Koffer” (?).
Ich muss zugeben, den Anfang nicht wirklich wahrgenommen zu haben, war ich gerade beim kritischen Reflektieren meiner eigenen Performance. Deswegen, vielleicht auch unabhängig davon, war das Bild des Textes nur schwierig zu erfassen. Sprachlich verdammt hochwertig. Flowmomente am Ende, auch wenn ich am Anfang neben mir stand. Doch das Ende hat gereicht, damit war alles gesagt und klar.
ReneS vom yetanotherblog machte den Abschluss. Wozu der Verweis auf seine über 2000 Blogeinträge gut war, lassen wir an dieser Stelle einfach mal unkommentiert stehen und widmen uns den vorgetragenen Texten. Generell sind diese als hochwertig und intellektuell zu bezeichnen, was – vor allem zu solch später Stunde – humoristisch aber nicht derart gut an- und rüberkam, wie Deine Mudder-Witze, wie sie später noch vorgetragen wurden. So war zumindest mein Empfinden. Wobei man schon ein bisschen… kreativ sein muss, um derartige Verbindungen zu ziehen und Einträge zu schreiben.
“Geheime deutsche Waffenforschung aufgedeckt – Projekt Schwerfisch”. Der Titel erinnerte mich etwas an “Password:Swordfish” – ob das beabsichtigt war, ist nur dem Autor bekannt. Wie gesagt, um alleine auf derartige Ideen zu kommen… *lach* – genial.
“Geheime Waffenforschung II – Wärmflaschenviren” entsprang der selben geistigen Feder und ist nicht minder abgedreht. Im Nachhinein ist mir nicht klar, ob es an der Stufe des Humors lag oder er aus unerfindlichen Gründen in der gestrigen Form nicht übergesprungen ist, wie die Viren von Wärmflasche zu Wärmflasche.
Die restlichen Texte sind mir auch hier entfallen – über entsprechende Hinweise bin ich dankbar
Großer Dank gilt natürlich auch allen Zuhörerinnen und Zuhörer, egal ob live vor Ort oder aktiv zu Hause vor dem Bildschirm. Danke auch für die sofortige Auftrittsrückmeldung per SMS – hat mich gefreut ![]()
Größter Dank gebührt vermutlich dem bisher ungenannten Sven von der TBZ, sowohl für die Organisation als auch die musikalische Untermalung. Die nur als Zeitüberbrückung zu nutzen um auf Toilette zu gehen oder sich etwas zu trinken zu holen, wie von ihm angedacht, wäre Verschwendung gewesen. Schön gemacht, wenn zum Teil wohl auch etwas untergegangen
Robby, genug geschrieben
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und wenn ich eines korrigieren darf: emotional mitgenommen hat mich das nicht. wenn, dann hat meine stimme versagt. ich bin lesen einfach nicht gewohnt. der ventilator kann davon ein lied singen.
von mir gabs ausm neubaukeller folgendes:
http://www.neubaublog.de/?p=995
http://www.neubaublog.de/?p=751
http://www.neubaublog.de/?p=900
Hmm, ok. Kam für mich jedenfalls etwas so rüber und ich finde, es hat gepasst. Unabhängig davon, ob es an der Emotion oder Stimme lag, der Text hat davon profitiert und die Stimmung wurde gut rübergebracht.
Danke für die Links, baue ich nachher noch ein – erstmal kurz erholen. Dauerbloggen ist nicht gesund…
[...] Anmerkung: Links (Kritiken) zur Lesung werden nach und nach hier angefügt: Smikey Pulsiv Robby [...]
Oh, Lesepremiere.
Hätte ich mir ja gerne mal angesehen/angehört.
Freut mich, dass es zufriedenstellend lief.
Gab’n Livestreaming
Und darüber hinaus scheinbar auch’ne Aufzeichnung, kann also demnächst nachgeholt werden – zumindest digital. Ob ich das – zumindest meine Person betreffend – empfehlen würde, ist eine andere Frage…
Danke zur Kritik…
Ja, alltäglich war der erste Eintrag. Das ist wahr. Er war literarisch nicht so ausgefuchst wie die anderen vorgelesenen Texte. Aber wenn er durch das Mädelzimmer ganz gut ankam reichts ja.
Der zweite Text lässt einfach viele Interpretationsansätze. Alte Freunde, Liebe, Auseinanderdriften, Wiederfinden, Leben.
So kritisch, wie du die Kritik wahrzunehmen scheinst, war sie gar nicht gemeint
Alltäglich bedeutet nichts Schlechtes, nur wollte ich für meinen Teil derartiges selbst vortragen. Und literarisch kann man’s auch überfuchsen. Und das Mädelszimmer war mein persönlicher Höhepunkt, was wiederum nicht impliziert, dass der Rest nicht hörenswert war.
Der zweite Text sprach für mich vordergründig nur eine Sprache, aber zum Glück gibt es ja verschiedene Sichtweisen. Sieht man ja bei der Interpretation meiner Kritik
Ich hab das auch garnicht sooo kritisch aufgefasst. Ich finde es super, wenn es dir gefallen hat. Und gute Kritik ist genauso wie schlechte Kritik immernoch Kritik und das ist gut so
Dann lag das wohl wiederum an meiner Interpreation und ist ja alles geklärt
Boah, ich muss endlich mal die Smilies wieder ändern…
[...] Anschluss las Rob drei Geschichten, wobei zwei davon metaphorisch-psychologische Meisterwerke waren. Insbesondere die [...]
deine kritik ist deluxe und deine beiträge waren es auch. danke rob.
[...] leider weibliche, begleitung auch“, Robby hat danach schlecht geschlafen (und wohl am meisten dazu geschrieben), jabb beurteilte die Veranstaltung als “großen Erfolg“, für basti [...]
Danke, auch wenn ich zumindest dem letzten Teil deiner Ausführungen nur begrenzt zustimmen kann. Aber danke.
[...] vor etwas mehr als genau einem Jahr ein voller Erfolg war, Berichte siehe unter anderem hier, stehen am 06.06.09 zum dritten Mal Thüringer Bloggerinnen und Blogger auf der Bühne, um [...]