Hoffmanns Erzählungen
21. September 2008 von Robby
Am Freitag in der Oper gewesen und schlussendlich festgestellt, dass mir diese darstellende Form überhaupt nicht zusagt. Dafür bin ich zu sehr der visuelle Typ. Ich möchte etwas sehen. Und wenn die Darsteller ihre Stimme in die Höhe jagen, so löst dies bei mir seltenst etwas aus, weil mir die Körpersprache und direkte Interaktion fehlt. Von dem Verständnis ganz zu schweigen, warum man die Werke nicht mal eindeutschen kann. So starrt man immer kurz auf den Monitor nach oben, um zumindest einen Hauch von Plot abzubekommen.
Abgesehen davon machte es mich unheimlich müde. Ich weiß nicht, ob es an der inadäquaten Stimulation bei gleichzeitiger Dunkelheit lag, oder daran, dass die Sauerstoffversorgung im gefüllten Raum nicht optimal war. Vielleicht auch nur der Geruch der Verwesung, der sich wie ein Schleier über mein Gesicht legte, saßen doch sonst vorwiegend nur Personen über… ich glaube, da hört die Altersbezeichnung schon auf.
Und unbequem war es auch, vor allem aufgrund der Nichtfesselung. Da rutscht man die ganze Zeit hin und her in seinem kleinen Sessel, Beine ausstrecken nicht im Ansatz möglich und im Sitz versinken mehr als schwierig und zudem gesellschaftlich nicht erwünscht, wobei das mich weniger stört.
In der Pause überlegten wir zu gehen, besaßen dann aber doch mehr Anstand als von uns bekannt und schauten uns die zweite Hälfte an. Die war, bei allem Unverständnis, besser. Nicht nur, weil sie kürzer war und man wusste, dass es bald zu Ende geht. Das Finale war wirklich eindrucksvoll, was aber wohl eher dem choralen Auftritt als irgendetwas anderem zu schulden ist.
Nach diesem Besuch steht jedenfalls fest: Oper, nein danke. Zumindest nicht freiwillig, oder wenn, dann mit Schlafmaske. Vor allem, da es immer so elendig lang ist.
Robby, bildende Kunst

Also in Hannover ist Oper eigentlich auch was für’s Auge… und das eine Stück aus “Hoffmanns Erzählungen” könnt ich stundenlang hören…
Tja, so ist das im Leben eben. Der eine liebt Mcdonalds und findet es grossartig, und der andere isst im Dreisterne-Restaurant und gibt eine Menge Geld aus ohne es zu bereuen.
In die Oper zu gehen, um dort zu schlafen ist allerdings Geldverschwendung und mindert den Kunstgenuss der anderen, die wach bleiben.
Das ist ja auch in Ordnung
Und Geldverschwendung war’s insofern nicht, da die Karten im Abo meiner Großeltern waren. Und geschlafen haben wir ja im Endeffekt auch nicht, wir waren phasenweise nur davor