Als Kind, bis zu einem Alter von etwa drei Jahren, bin ich davon ausgegangen Menschen wären unsterblich. Zumindest kann ich mich daran erinnern, hin und wieder He-Man gesehen zu haben und der war unsterblich. Als man mir dann mitteilte, dass dies auf uns Menschen nicht zutrifft, war ich (vermutlich?!) überrascht.
Ausgangs- beziehungsweise Anknüpfungspunkt für diese Erinnerung war das Thema Unsterblichkeit durch den gestrigen Film “The fountain” sowie die Überlegung bezüglich eigener Bedürfnisse.
Unsterblichkeit? Nein. Wenn es etwas gibt, wonach ich strebe, so ist es Perfektion, Vollkommenheit, Göttlichkeit. Etwas übermenschliches, mit Durchschnittlichkeit habe ich ein Problem. Das ich dennoch maximal durchschnittlich bin, zeigt sich unglücklicherweise oft genug. Das ist traurig, aber nicht zu ändern.
Das Problem mit der Perfektion ist, dass sie einen gewissen Zwang enthält. Wenn ich etwas hasse, dann ist es Zwang. Ich hasse es, Dinge tun zu müssen, die ich nicht tun will. Es geht mir nicht darum alles zu wissen, überall der Beste zu sein. Ich möchte nur die Möglichkeit haben mich so zu entwickeln wie ich will, zu dem, was ich bin. Ein Kind.
Ja, es scheint als habe ich irgendwo den Abzweig Richtung erwachsen werden verpasst und fahre weiter geradeaus auf der Strecke des Lustprinzips. Auf der Gerade der Freiwilligkeit. Vollkommenheit erreicht man nicht dadurch, dass man zwanghaft versucht besser und besser zu werden, sondern das man spielt.
Die Welt spielt zu wenig. Wahrscheinlich muss das so sein, aber dadurch verliert sie ihr Herz, ihr Leben und wird zu einer immer schnellerwerdenden Maschine die irgendwann explodiert. Die Welt achtet viel zu sehr darauf, was sie denkt sein zu müssen, als was sie tatsächlich ist. Das ist mir im Amsterdam-Urlaub aufgefallen, diese Unbeschwertheit. Wer pustet Anfang zwanzig noch Seifenblasen in die Luft oder verpackt sich in Alufolie? Wann hat, nein nimmt man sich schon einmal die Zeit um in der stetigen Vorwärtsbewegung einfach mal stehen zu bleiben und sich umzuschauen?!
Die Welt ist viel zu ernst. Und sehnt sich nach ihrer verspielten Kindheit, zumindest ein Teil von ihr. Das sagen dir all die Gesichter, die sich im Vorbeigehen über deine Seifenblasen freuen und darüber, dass du dich an ihrer Einfachheit erfreust. Das zeigen dir die Menschen, die schon deiner halbfertigen Alukleidung ein entsetzt-begeistert oder zumindest erstauntes Lächeln zuwerfen. Die sich womöglich fragen “Wie bescheuert ist der denn?” und im gleichem Atemzug von dem Gedankengang “Aber irgendwie ist es toll.” durchzogen werden.
Nein, diese Welt ist nicht für Kinder und irgendwie fühle ich mich an Michael Endes “Momo” erinnert. Zeit sparen. Spiel, Spaß, Freiwilligkeit. Um Götzen und Geißeln der Menschheit hinterherzurennen. Höher, schneller, weiter. Die Versuche, Leben und Tod sich Untertan zu machen.
Im Endeffekt geht es um eins: Erlösung.1
Robby, only a boy
- Denn nicht nur der Tod ist eine Krankheit, das Leben ist es ebenso. [↩]
