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In der vergangenen Woche waren wir in Leipzig bei einem sogenannten Komplet, einem Nachtgebet. Ich muss sagen, ich gehe gerne die Kirche. Nicht oft1, aber die wenigen Besuche zu Ostern, Weihnachten und vielleicht ein, zwei Mal zusätzlich im Jahr finde ich mitunter sehr inspirierend. Das Gemeinschafts- und Zusammengehörigkeitsgefühl das durch die Luft wabert, die Predigten und Ausführungen des Pfarrers, die ungeachtet des christlichen Hintergrundes beachtenswerte Botschaften enthalten und zudem rhetorisch absolut überzeugen. Ich denke, gute Pfarrer könnten auch in der Psychologie und Linguistik Fuß fassen. Und ich mag das harmonische Singen. Kirchenlieder sind wirklich toll.

Das Komplet hingegen… überhaupt nicht mein Fall. Durchzogen von einer Monotonie und Inkongruenz – zumindest in meinen Augen. Das mag neben der Aufbereitung allerdings daran gelegen haben, dass ich mich mit den Inhalten nicht anfreunden konnte.

Vergebung Schuld und Sünde, Schutz und Erlösung. Dies bei einem übernatürlichen Wesen zu suchen schränkt meine Selbstwirksamkeit ein. Und gebietet eine gewisse Abhängigkeit…

“Kein Gott der Welt wird dir vergeben. Der Einzige, der dir vergeben kann, bist du selbst.”

Das ist die Crux bei der ganzen Geschichte. Dass man die Verantwortung für alle möglichen Dinge auf Dritte schiebt. Unabhängig davon, ob sie Gott heißen oder andere Namen tragen.
Ob und wie ich die Prüfung morgen meistere hängt einzig und allein von dem ab, was ich (und andere Menschen un/abhängig von mir) tue. Sonst könnte ich auch den ganzen Tag nichts tun und beten. Nicht, dass ich das beides nicht machen würde, aber das ist wohl eine Frage der Gewohnheit. Und zumindest schaden kann letzteres wohl nicht, lässt man das Essentielle nicht außer Acht.

Ich habe nichts gegen Gläubigkeit. Nur lasse ich mir nicht von Gott oder vom Schicksal aufdoktrinieren, was ich zu tun und zu lassen habe. Vielleicht legitimiere ich einzelne Handlungen dadurch, aber das Wörtchen ich macht hier den Unterschied.
Ich vergebe mir. Ich schütze mich. Ich erlöse mich. Zumindest so gut es geht. Und selbstverständlich auch mit Hilfe anderer, meinetwegen auch mit Gottes Hilfe. Nur bedeutet Hilfe Unterstützung und nicht, dass andere die Drecksarbeit machen und man sich selbst an den geernteten Früchten labt.

Gott kann ein guter, wichtiger und mächtiger Mitspieler auf der Bühne des Lebens sein. Aber er ist nicht der, dem ich die Fäden des Schicksals in die Hände lege.

Robby, hat eigene Hände

  1. außer damals zum Konfirmandenunterricht []

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One Response to “Dein Schicksal in Gottes Händen”

  1. [...] mit einem Lächeln auf den Lippen “Yep, du bist es.”. Das führt zum Einen zu dem Eintrag zuvor als auch hier zu dem Zugeständnis beidseitiger Komponenten und der alten [...]


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