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Gefühls(xxx)blender

Eigentlich sollten es zwei seperate Einträge werden. Da beide allerdings eng miteinander verknüpft sind, stehen die xxx als Platzhalter für aus beziehungsweise ein. Zwei Phänomene, die mir ebenfalls in Leipzig aufgefallen sind. Nicht zum ersten Mal, aber dennoch festhaltenswert.

Der Gefühls(aus)blender kam zuerst. Streicht man das aus aus der Mitte heraus, bleibt ein Gefühlsblender. Manchmal komme ich mir echt wie einer vor. Innerlich immer noch leer und die Maske nach außen tragend. Andere können ja nichts dafür, dass mich nichts so wenig berührt.
Der Knackpunkt hierbei ist eine gewisse Spaltung zwischen Körper und Geist. Das fiel mir vor dem Zu-Bett-Gehen auf. Wir waren den ganzen Tag unterwegs, es war anstrengend und schön – und gleichzeitig irgendwie nicht existent. Mein Körper war angenehm warm, energetisiert und ihm ging es gut. In meinem Kopf eine geistige Kälte und Leere. Nichts. So sehr die Hülle von der Realität profitiert hatte, so sehr… litt wäre das falsche Wort, nur kam auf der geistigen, abstrakten Ebene nichts an.

Anders am, ich glaube, es war schon der direkt darauf folgende Tag. Gefühls(ein)blender. Hier muss man nicht den mittleren Term streichen sondern lediglich die umschließenden Klammern. Frei wird ein Mensch voller innerlicher Gefühle.
Auch an diesem Tag waren wir viel unterwegs. Am Abend in einem Spielecafé. Währenddessen und danach ging es mir gut, auch wenn im Anschluss eigentlich nur noch Fremdfreude dafür verantwortlich war, hielt ich mich bei den Dummheiten meiner ange- bis betrunkenen Freunde zurück – und hatte dennoch viel zu lachen.
Man muss nicht immer selbst Kind sein. Manchmal reicht es schon vollkommen, anderen beim Spielen zuzuschauen. Sich daran zu erfreuen. Fremdfreude eben.

Spielen. Das ist das, was mich geistig belebt. Unabhängig davon ob Computer-, Gesellschafts- oder interpersonelle Spiele. Szenarien im Kopf durchspielen. Ausprobieren, Erfolg haben oder scheitern. Spielend lernen. Kind sein. Das ist das, was mich beflügelt.
Mag sein, dass ich damit auf einer Entwicklungsstufe stehen geblieben bin, aber immerhin eine, die sehr schön ist. Eine, auf der man mit Seifenblasen Spaß haben und sich an der Schönheit einer fliegenden Plastiktüte erfreuen kann. Wo man sich darüber profiliert, was man macht statt was man mit sich herum trägt.

Nicht, dass ich vom Konsum unberührt geblieben wäre. Aber für mich macht es keinen Unterschied, ob ich einen Film auf meinem Mini-Fernseher (und er ist wirklich klein!) oder auf einem riesigen Plasma-Bildschirm sehe. Wichtig ist, dass ich ihn sehen kann. Gleiches gilt für Kleidung (sie muss nicht die Neuste/Modischste/Trendigste sein, sie muss halten und gefallen), Handys (telefonieren und SMS) und vermutlich auch für Autos, hätte ich einen Führerschein. Fahren muss es. Dass man einen grundlegenden Anspruch an Aussehen und Design hat, keine Frage. Aber wieso man ständig neue Klamotten kaufen, fünf neue Klingeltöne die Woche im Jamba-Sparabo haben und sein Fahrzeug bis zur Unkenntlichkeit tunen muss, kann ich nicht verstehen.

Gut, kann ich schon. Weil deren Schaltkreise anders verkabelt sind und bei entsprechenden Handlungen zu Belohnungsgefühlen führen. Wobei hier die Frage ist, über welche Bahnen. Modifiziere ich um des Modifizieren willens oder weil ich bei anderen gut ankommen möchte?! Natürlich dürfte beides mit reinspielen, nur macht die Gewichtung den Unterschied.

Jeder möchte Liebe, klar. Die Frage ist nur, woher? Suchen wir zwanghaft nach der Anerkennung und Bestätigung von außen oder schauen wir in den Spiegel, schnipsen pistolenartig mit den Fingern und sagen und geistig mit einem Lächeln auf den Lippen “Yep, du bist es.”. Das führt zum Einen zu dem Eintrag zuvor als auch hier zu dem Zugeständnis beidseitiger Komponenten und der alten Wolfs-Schaf-Wannabe-Geschichte. Selbstverständlich braucht man von außen Bestätigung. Die Frage ist nur, wie viel, wofür und ob es die einzige Quelle ist?

Auch wenn ich mittlerweile vermutlich unzählige Meilen vom eigentlichen Thema angekommen bin, fände ich eines interessant: Wenn man eine beliebige Auswahl an Menschen nackt hinstellt. Meinetwegen auch in Unterhose. Wenn man ihn alles nimmt bis auf sie selbst. Ihren Anzug, ihren BMW, ihr saberndes neidgefülltes Gefolge, den getunten Golf, das Jamba-Abo und die kleinen, liebesfremden Mädchen.

Ich weiß nicht, was passieren würde. Aber ich fände es interessant.
Das wiederum führt mich zur Plattform Xing. Aber das ist wieder eine andere Geschichte, voller Maskeraden und Blender. Oder solcher, die wirklich so sind.

Mag sein, dass ich übertreibe1, scharfzeichne, stereotypisiere und vorurteile. Es mag nicht nur so sein, es ist auch so und kann auch gar nicht anders sein. Allein der Vereinfachung und Begreifbarkeit willens. Selbstverständlich gibt es Ausnahmen, Graustufen, Entwicklungen und all diese Facetten. Die sind mir, wie hoffentlich auch dem Leser, bekannt, nur eben bei einer derartigen Betrachtung nicht möglich zu berücksichtigen. Zumindest nicht nach meinem bisherigen Erkenntnisstand.

Ob noch etwas dazu kam2, weiß ich nicht. Fakt (und ursprüngliche Endung dieses Eintrages) ist:
Ich glaube, Menschen spielen zu wenig. Die Businesshengste, die Prolls und ich. Vor allem ich. Miteinander.

Robby, sonstwo gelandet

  1. Damn, aber hier war kein Auto-Save und der Server ist bei der Veröffentlichung abgeschmiert… []
  2. siehe Fußnote zuvor []

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2 Responses to “Gefühls(xxx)blender”

  1. on 08 Okt 2008 at 21:40 Schaf

    “Mag sein, dass ich damit auf einer Entwicklungsstufe stehen geblieben bin, aber immerhin eine, die sehr schön ist.”

    Eben. Außerdem würde ich nicht sagen, dass du auf einer Entwicklungsstufe stehen geblieben bist, sondern die Welt (manchmal) einfach mit anderen Augen siehst. Gut, könnte man wieder “mit Kinderaugen” sagen, womit man bei der Entwicklungsstufe wäre. Aber ich würde sagen, du blendest nicht nur manchmal Gefühle sondern auch dieses ganze materialistische Gehabe aus, das viele Menschen leider haben (Handy, Auto,…).
    Ach bla. Wozu gibt es eigentlich diese Kommentarfunktion, wenn du eh schon alles in deinen Einträgen sagst… wahrscheinlich um einen “.” zu setzen. Hm.
    Wie dem auch sei. Abgesehen vom “Ausblenden” ist das doch mehr als gut, dass du das alles so siehst wie du’s siehst.

  2. on 09 Okt 2008 at 02:08 Robby

    Danke :)

    “Wozu gibt es eigentlich diese Kommentarfunktion, wenn du eh schon alles in deinen Einträgen sagst…”

    Wenn’s denn mal so wäre… oder wenn dem so ist, ist es wohl das, was ich ändern sollte/müsste.


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