Feed on
Posts
Comments

The Witcher

“Es gibt kein Gut und Böse, nur Entscheidungen und Konsequenzen.”

Nachdem mein Rechner neuerdings die Spielbarkeit hergibt, galt es das am Samstag gleich auszunutzen. Innerlich wusste ich schon, dass es “The Witcher” werden würde. Die Frage war: “Enhanced Edition” oder die veraltete “Collector’s Edition”. Selber Preis, Unterschiede nur in der Ausstattung, namentlich Spielführer & Buch gegen Poster & ein umfangreiches Artbook. Folglich fiel die Wahl nicht schwer – “TW:CE”, hat außerdem die schönere Verpackung.

Oh, und was für ein schönes Spiel das ist. Keins, wo man der strahlend helle Krieger ist. Man ist ein verachteter und gleichzeitig gefürchteter agiler Krieger. Zwei Schwerter auf dem Rücken – Stahl gegen organische Gegner, Silber für alles Übernatürliche. Dazu je drei Kampfstile, die durch die Gegner wie durch Butter gehen. Mit welcher die Leichtigkeit die Klinge um den Körper wirbelt…
Hexer tragen auch Magie in sich, so genannte Zeichen. Am coolsten ist wohl Aard, eine Art telekinetische Druckwelle, die nicht nur Wände sondern auch Gegner zurückschleudert. Mit entsprechendem Fähigkeitenausbau liegen die dann am Boden und/oder sind gelähmt. Finishing Move! Sprich es zerlegt den Gegner, unabhängig davon, wie stark er ist und wie viel Lebensenergie er eigentlich hat. Im Idealfall wirft man die Widersacher also erst einmal um und nimmt durch die Soforttötung gleich ein bis zwei aus dem Kampf. Was nicht unbedingt nötig, aber verdammt gekonnt ist. Dazu gibt es selbst herzustellende verstärkende Tränke, Öle um die Waffen noch tödlicher machen und Bomben mit zeichenähnlichen Effekten, die ich bisher noch nicht eingesetzt habe.

Dunkel und blutig. Und in einer Grafikpracht, die die Kinderaugen größer werden und leuchten lässt. Auch, wenn es für Kinder nichts ist. Was für Blutbahnen ihre Bahnen auf dem Boden ziehen und wie heftig einige der Tötungsanimationen sind… dreckiges Mittelalter. Dazu Unterdrückung der Schwachen, Korruption, Rassismus und Sex. All das, was es heute auch noch gibt.

Viel wichtiger als das sind allerdings die graustufigen Entscheidungen die es zu treffen gilt. Schom im Prolog wird man vor die Wahl gestellt. Mit den Hexer-Kumpeln das riesige Monster bekämpfen oder mit der befreundeten Zauberin das Labor vor der Verwüstung bewahren? Wer das Dilemma dahinter nicht sieht: Man kann nicht beides machen und die Seite, der man nicht hilft, hat eine weitaus niedrigere Erfolgs- und Überlebenswahrscheinlichkeit. Als wäre das noch nicht genug, haben diese und weitere Entscheidungen Einfluss auf den späteren Spielverlauf. Man ist – im Gegensatz zu vielen anderen Spielen – nicht aus der Welt. Wie heißt es so schön: “Man sieht sich immer zwei Mal im Leben.” Heißt in dem Fall: Retten wir die Hexe, hilft sie uns vermutlich später. Dafür lynchen wir das halbe Dorf, was wiederum Händler und andere Entwicklungsstränge aus dem Spiel nimmt. Und vielleicht möchte sich deswegen ja später jemand an uns rächen?!1 Möglicherweise sind wir aber auf die magisch bewandte Dame hereingefallen und in Wirklichkeit war sie doch für all das Unheil verantwortlich und versucht uns später fertig zu machen. Wer kann das vorher schon wissen? Und ich muss sagen, dass die Entscheidung… doch, sie war einfach, wenn auch nicht eineindeutig.

Moral! Bei aller Morallosigkeit befasst sich das Spiel gerade mit dieser. Sowohl mit tiefgründigen Dialogen als auch sarkastisch-zynischen Ausführungen. Von der Tatsache, dass der Anti-Held mal wieder eine endgeile, überhebliche, selbst-überzogene Drecksau ist, mal ganz abgesehen. Vor allem dann, wenn seine Schicksalsfäden in meinen Händen liegen. Ambivalente Entscheidungen, Maskeraden, Hinterhalte, unerwartete Freundschaften und Entscheidungen, die sich nachhaltig auswirken.

Man könnte fast sagen ein gesellschaftskritisches Spiel. So findet Alfred Nobel mit minimalster Namensentfremdung Einzug ins Spiel, der ja bekanntlich das Dynamit erfunden hat, das allerdings nicht nur wie geplant zum Nutzen der Menschheit eingesetzt wurde. Die Frage, ob der Zweck die Mittel heiligt. Die Grenzen zwischen Gut und Böse verschwimmen, sind nicht vorhanden. Weder dort noch hier.

Es ist alles nur eine Frage des Blickwinkels.
Und wenn man die Augen verschließt, gibt es weder Gut noch Böse. Nur Entscheidungen und Konsequenzen.

Robby, ambivalenter Held

  1. Kennt man ja aus den Light-Rollenspielen, wo das kleine Kind die absolute Zerstörung anschauen muss, heranwächst und am Ende den Oberschurken tötet. []

Ähnliche Beiträge

Comments are closed.


Deprecated: Function set_magic_quotes_runtime() is deprecated in /www/htdocs/w006740d/blog/counter/counter.php on line 61

Deprecated: mysql_escape_string(): This function is deprecated; use mysql_real_escape_string() instead. in /www/htdocs/w006740d/blog/counter/includes/mysql.class.php on line 165

Deprecated: mysql_escape_string(): This function is deprecated; use mysql_real_escape_string() instead. in /www/htdocs/w006740d/blog/counter/includes/mysql.class.php on line 165

Deprecated: mysql_escape_string(): This function is deprecated; use mysql_real_escape_string() instead. in /www/htdocs/w006740d/blog/counter/includes/mysql.class.php on line 165

Deprecated: mysql_escape_string(): This function is deprecated; use mysql_real_escape_string() instead. in /www/htdocs/w006740d/blog/counter/includes/mysql.class.php on line 165

Deprecated: mysql_escape_string(): This function is deprecated; use mysql_real_escape_string() instead. in /www/htdocs/w006740d/blog/counter/includes/mysql.class.php on line 165

Deprecated: Function set_magic_quotes_runtime() is deprecated in /www/htdocs/w006740d/blog/counter/counter.php on line 1795

kostenloser Counter

Creative Commons License Amazon Partnerprogramm