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Eine Frage des Vertrauens

Ich muss zugeben, in letzter Zeit hatte ich hin und wieder das Bedürfnis böse und unmoralisch zu sein. Ein an der Ampel stehender Pizzaroller, den man umschubsen könnte, Fahrradfahrer, denen man gegen Vorderrad oder Rahmen treten kann, die theoretische Einfachheit des Stehlens.

Ich denke, es ist weniger die wirkliche Absicht als viel mehr das schockierte Entsetzen, wie viel durch das bloße Vertrauen geregelt ist. Den Glauben, der fast zur unbändigen Überzeugung führt, keiner würde einen umschubsen oder gegen das Fahrrad kicken. Würde man es tun – und es gibt immer wieder Fälle in der Gesellschaft, die das machen -, käme die fadenscheinige Sicherheit der Menschen ins Straucheln. Beziehe ich mich auf vergangene Seminar, muss hier wohl primär der Glaube an die gerechte Welt fallen gelassen werden.

Seien wir ehrlich, eine gerechte Welt gibt es nicht. Es gibt nur eine Welt und wir versuchen das Beste daraus zu machen. Die einen mehr für sich selbst als die anderen aber im Endeffekt jeder für sich selbst. Ich möchte nicht sagen, blindes Vertrauen wäre unbedingt dumm, aber was bringt es? Ist es das, was uns am Leben erhält oder sperrt es uns nur ein in einen anteilsnahmslosen, aber schönen Schlaf?

Manchmal habe ich das Bedürfnis, andere Menschen wachzurütteln. Ihre heile Welt zu verdunkeln, damit sie sich weiterentwickeln und beginnen, selbst ein Licht zu tragen. Dies zu tun wäre vermessen, haben sie doch nicht gefragt und wandeln sogenannte Heilsbringer auf gefährlichen Pfaden. Vielleicht – oder sehr wahrscheinlich – wäre es nur ein Ausdruck und die Weitergabe des eigenen Schmerzes. Die Illusion der heilen Welt zu zerstören, nur um nicht mehr allein zu sein – und das unter dem Deckmantel der Erleuchtung.

Wer legt fest, welcher Weg der Richtige ist?

Robby, suchen ist besser

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5 Responses to “Eine Frage des Vertrauens”

  1. on 02 Dez 2008 at 11:55 Rooby

    Ooohh….gutes Thema. Da bin ich mal wieder ganz bei Dir. Als nicht wegen des böse sein wollens, aber mit der Frage, ob blindes Vertrauen gut ist oder nicht.

    Mein Freund ist so einer, der immer davon ausgeht, dass ihm keiner was will. Ich bin das genaue Gegenteil. Ich denke immer daran, was für Intentionen hinter bestimmten Vorgängen liegen. Und meine (Mutter sei Dank) sehr gute Menschenkenntnis, hilft mir dabei, diese auch zu entdecken. Ich wäre mit blindem Vertrauen schon so manches mal ins offene Messer gelaufen und daher seelisch bestimmt schon ordentlich zerstückelt. Aber weil ich mit den Bösartigkeiten der Menschheit rechne, bin ich gut gewappnet. Nicht so mein Freund, der schon so seine Überraschungen erlebt hat. Dann aber auch noch dazu neigt, fiese Attacken zu verzeihen. Weil “man” sich ja entschuldigt hat. Oh man….das ist soooo naiv. Aber na gut…es muss wohl solche und solche geben. Ich bin froh, dass ich nicht so blind durch die Welt laufe.

  2. on 02 Dez 2008 at 22:02 Robby

    Naja, es ist ja nicht so, dass ich jederzeit maximal mißtrauisch bin. Ich habe halt Feedbackprozesse und im Normalfall kann ich all denen gegenüber, die an mich rankommen, zu einem gewissen Grad vertrauen. Mißtrauen und Arroganz sind gute Selektionsmechanismen. Und ehrlich gesagt wünsche ich mir manchmal wieder blauäugig und naiv durch die Welt zu laufen, zumindest in mancherlei Hinsicht. “Das Leben zu durchschauen” ist nicht immer so gesund… – ich denke, es bedarf einer gewissen Balance, wie bei so vielen Sachen.

  3. on 03 Dez 2008 at 12:40 Rooby

    Na sagen wir mal so: Freunden und Familie bringe ich natürlich eine gute Portion Vertrauen entgegen. Wäre ja schlimm, wenn man sich auf gar nichts einfach so einlassen könnte. Aber bei Fremden sieht das eben anders aus. Auch da gibt es mehr oder minder heftige Reaktionen von meiner Seite. Je nach dem, was für ein Mensch vor mir steht.
    Mein Bauchgefühl hat mich da oft genug richtig geführt und dafür bin ich ganz dankbar.
    Aber Du hast Recht – etwas mehr Leichtigkeit im Leben könnte auch mir nicht schaden. Dummerweise fällt es mir schwer loszulassen (kopftechnisch). Vielleicht hatte ich einfach zu viele schlechte Erfahrungen machen müssen bisher.

  4. on 03 Dez 2008 at 17:35 Schaf

    Hm… also ich hab in letzter Zeit öfter das Bedürfnis gegen irgendwelche Mülleimer, Straßenlampen oder so zu treten. Eben irgendwas zu machen, was man sonst nicht tut oder nicht tun darf. Um mal Wut oder Energie rauszulassen. Tu’ es dann aber doch nicht. Zu vernünftig oder so?!… Und dann wird der Kopf halt gegens Buch gehämmert… keine Ahnung, was da mit mir los war… man muss ja nicht alles verstehen.

  5. on 03 Dez 2008 at 17:39 Robby

    @Rooby: Klar, nur bist du vermutlich auch tendentiell mißtrauischer als gutgläubiger ;) Hat ja beides Vor- und Nachteile, nuja…
    @Schaf: *muhaha* Geilo :ugly:


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