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Mutters Beintritt

“Schaffst du nicht.” waren ihre Worte, als ich, mich verabschiedend, an ihr vorbeirannte. Ich überwandt einige Meter mit schnellen Schritten in wenigen Sekunden, als von links bereits die Straßenbahn kam. Ich hielt innerlich inne und lief aus.

Sie hatte recht. Zumindest zu einer hohen Wahrscheinlichkeit. Ich wusste es schon zuvor beim Anziehen, war die Uhr etwa dreißig Sekunden zu weit vorangeschritten, um es gerade noch so zu schaffen. Mit einem Sprint der Kategorie “als ginge es um Leben und Tod” hätte ich es vielleicht noch geschafft. Erschöpft und halbtot, aber triumphal.
So stand ich da, machte auf der Stelle kehrt, ging zu der Frau, die meine Motivation eben von den Beinen holte und wie oftmals in der Vergangenheit doch den Kern der Sache traf. Eine kurze Überlegung, Erkundigung, innerliche Absprache. Ein Alternativplan, auch wenn ich keine Lust hatte abermals durch die halbe Stadt zu rennen.

An der Straßenbahnhaltestelle angekommen die Anzeige, doch nur zehn Minuten warten zu müssen. Keine Notwendigkeit zum Bus zu rennen, war der Zug mit etwas Glück und Geschick noch rechtzeitig zu erreichen. Und selbst wenn nicht, würde kurz im Anschluss der Umsteigzug verfügbar und ausreichend sein. Aber ausreichend reicht mir eben – zumindest in der Hinsicht – nicht aus.

Ich malte mir innerlich aus, wie ich aus der Straßenbahn aussteigen und zur schräg gegenüber liegenden Haltestelle schauen würde. Wäre diese leer, würde ich mich mit einer Mischung aus Joggen und Rennen zum Bahnhof bewegen und so die fehlende Zeit einholen. Letzteres war kaum nötig, verging sie doch im Gefährt des öffentlichen Nahverkehrs unendlich langsam. Selten war mein Wunsch größer, schnell und überpünktlich dank Grünphasen irgendwo anzukommen.1

Ich stieg aus, sah keine Bahn und setzte mich zügig in Bewegung, knappe vier bis fünf Minuten blieben mir schätzungsweise. Die Feststellung, dass meine Kondition mit unausbalancierten Gepäckstücken verdammt scheiße ist. Das ging gar nicht, zum Teil wohl auch verschuldet durch die Kälte, die Nachwirkungen noch in Jena hustbar spürend. Eisplatzende Lungenbläschen waren wohl der Preis, den es zu bezahlen galt.

Robby, schafft es doch

  1. An einen der anderen Tage kann ich mich noch heute erinnern. []

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