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Das ist der Punkt, der hinter mir im Interessum des bastih steht, das er scheinbar vor einiger Zeit umgestaltet hat. Zumindest habe ich es eben erst gesehen.

Ich muss sagen, und hier könnte man schon wieder von Eigendiagnose sprechen, dass diese Fremdsicht beziehungsweise Kurzbeschreibung eine gemischte Reaktion in mir ausgelöst hat. Eine, die darüber hinaus recht vielfältig ist, was es mir erschwert, sie deutlich aufzugliedern. Und ja, das kann man.

Der erste Impuls, der “So sieht er mich also.” folgte, war eine Mischung aus leichter Traurigkeit, empfundener Fehl-Wunschwahrnehmung, einer Prise Neid auf andere Beschreibungen und einem innerlich bestätigendem Kopfnicken.

Was mich daran wohl stört, ist, dass – vor allem im Vergleich zu anderen – es durch die Formulierung unheimlich kalt ist. Wie rational auf dem Reißbrett an der Trennlinie abgezogen. Aber das ist wohl – und ich merke es zumindest beim Schreiben dieses Eintrages – auch der Punkt: die kognitive Rationalität. Die emotionale Färbung ist im Laufe der Zeit verblasst. Ich stehe vor einem Tor, auf dessen Öffnung ich warte. Warte!

Betrachtet man die vier Worte genauer, so findet sich neben der emotionalen Kälte auch noch der Ausdruck der Pathologie und Krankhaftigkeit, zumindest liegt der Begriff Diagnose in meinem Sprachfeld eher in diesem Sektor. Das wird durch den Eigenverweis noch gesteigert und durch die Definition1 potenziert. “Juhu, ich bin das Non-Plus-Ultra/der Prototyp der selbstbezogenen Krankheit.”

Aber ich muss sagen: Das trifft es wahrscheinlich so ziemlich auf den Punkt.2

Wobei – und das muss man dazu sagen – es ja nur meine gesehene Interpretation seines Geschriebenen ist. Gehe ich davon aus – man entschuldige mir meine rationale und diagnostische Formulierungsweise -, dass er es mit gutem Gefühl und Gedankengang geschrieben hat, so bliebe mir nur eins zu sagen: Bullshit.

Wie das subjektive Verblassen der Gefühlsfarben ist auch meine Eigendiagnose, Selbsterkenntnis, “Ich labere irgendwelchen theoretischen Scheiß über mich und die Welt” oder wie immer man es auch nennen mag stark zurück gegangen. Das liegt nicht unbedingt daran, dass ich mich nicht mehr mit der Welt auseinandersetze, als vielmehr, dass es mir manchmal einfach reicht.3

Der ganze Erkenntnisscheiß bringt nicht nur nichts, er haut dir sogar ordentlich aufs Maul. Der letzte Satz ganz besonders. “Kassendrakomplex” heißt das wohl in der Fachsprache – oder hieß es zumindest damals in “Twelve Monkeys” – aber auch mit dem Begriff verhält es sich wie mit den Phrasen zuvor. Er ändert nichts.
Was bringt einem die selbstgepachtete – scheinbare – Überlegenheit, wenn sie niemand anderes sieht? Oder – und das ist viel schlimmer – sie niemand haben will. Weniger dass die Welt mich mögen sollte – Gott bewahre – als das ich vielmehr mein Wissen und meine Kompetenzen (und irgendwelche werden schon da sein) vermitteln und dadurch erweitern kann. Dafür muss ich niemand mögen und mich auch niemand als Mensch.

Ich trete auf der Stelle. Das Tor geht aber erst auf, wenn einer von vier Schlüsseln4 sich im Schloss dreht. Bis dahin heißt es warten.

Robby, und jetzt freut euch über die Eigendiagnose.

  1. Die meinem Verständnis nach ja eher neutral bis positiv ist. []
  2. Ja, die Selbstschutzpuffer müssen da in der Mitte stehen. []
  3. Neben der Tatsache, dass ich einige Flächen wohl schon ganz gut abgegrast habe, wenn auch immer noch viel Entdeckungsspielraum vorhanden ist. []
  4. Vielleicht gibt es auch ein paar mehr. []

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4 Responses to “Die Definition der Eigendiagnose”

  1. on 17 Jan 2009 at 10:31 bastih

    wortkaskaden. es sind worte. wenn ich deine schreibe nicht mögen würde, wärst du auch nicht in meiner blogroll. man möchte sicherlich immer gerne anders von anderen wahrgenommen werden… an so was irgendwann gar nicht mehr zu denken, ist einer der größten schritte, die man gehen kann und sollte.

  2. on 17 Jan 2009 at 13:01 Robby

    Wortkaskaden ist ein schönes Wort.
    Es geht nicht um die Schreibe, sondern um das, was dahinter liegt.

    Und dass andere mich anders sehen als ich gerne hätte: sure. Und ich denke, ich kann damit auch verhältnismäßig umgehen.

  3. on 17 Jan 2009 at 14:32 bastih

    wenn du möchtest, ändere ich es…

  4. on 17 Jan 2009 at 15:01 Robby

    Tz, nein. Geh lieber endlich mal mit mir’n Kaffee trinken :p


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