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Traumunterbewusstsein

Mein bester Freund, einer meiner kleinen Brüder und ich fahren in einer Mischung aus Truck und altem Omni-Bus durch die Stadt. Fahren trifft es nicht ganz, wir brettern förmlich über die Straßen, schneiden Fahrzeuge und missachten so ziemlich jede Verkehrsregel, die zu missachten möglich ist. Wir halten in der Nähe unseres Hauses, es ist schon dunkel und wir klauben unsere Sachen zusammen, um möglichst keine Beweisspuren zu hinterlassen. Niemand sollte uns etwas nachweisen können.1

Folgetag. Morgens. Ich fahre mit dem Zug nach Jena und zeige wie gewohnt meinen Studentenausweis. Die Schaffnerin schaut übertrieben lang darauf, möchte gerne noch meinen Personalausweis dazu sehen und nimmt anschließend beide Ausweisdokumente mit. “Scheiße”, denke ich mit den Gedanken von Entdeckung, Fahndung und baldiger Festnahme.

Ich weiß nicht mehr, ob es der selbe oder ein anderer Zug war, jedenfalls unterhalte ich mich da mit vier bis fünf Leuten über den Vorfall. Oder so in die Richtung. Sie stimmen mir zu, stehen auf meiner Seite. Eine andere Schaffnerin betritt den Wagon, ähnliches Spiel wie zuvor mit dem Unterschied, dass diesmal wirklich die Behörden verständigt werden. Das Schienengefährt morpht in einen größeren Raum, die Beamten kommen und ich zeige mich schon vor deren Ankunft kooperativ, um unnötige Auseinandersetzungen zu vermeiden. Der Anklagepunkt betrifft allerdings nicht die nächtliche Raserei, sondern meine Vergangenheit. In jungen Jahren soll ich mehrere Menschen getötet haben, im Endeffekt die, mit denen ich mich soeben unterhielt. Selbige protestieren selbstverständlich ob dieser Unsinnigkeit. Ich werde dennoch fortgebracht, eine Beschäftigung mit meinem Unterbewusstsein soll die Wahrheit ans Licht bringen. Dazu möchte man mit welch technischen Mitteln auch immer in mein Gehirn beziehungsweise Bewusstsein eindringen.

Ein anderes Zimmer, im ersten Stock eines normalen Einfamilienhauses. Eine gutaussehende Psychologin und zwei Typen. Ob diese nur Aufpasser oder auch Kollegen sind, kann ich nicht sagen. Jedenfalls Trottel, muss ich ihnen doch sagen, dass sie mich besser beobachten sollen, könnte ich doch sonst durch das Badfenster fliehen. Nicht, dass das in meinem Interesse wäre – ich bin gespannt -, es geht ums Prinzip.
Ich kann mich relativ frei bewegen, klopfe an die Zimmertür der Dame, trete ein und sehe sie “Sim City” spielen. “Ich hoffe, sie spielen gut”, teile ich ihr mit in der Besorgnis, sie könnte andernfalls später in meinem Kopf etwas kaputt machen. Ich habe das Gefühl, dass sie auf meiner Seite steht.

Die Szenerie wechselt nach außen, eine asphaltierte Straße umringt von Gebäuden. Ein sitzendes Publikum, vielleicht zwanzig bis vierzig Personen. Ich sitze unbehelligt etwas abseits am Rand, mittig und dem Quadrat von der Seite zugewandt.2 Ein älterer asiatischer Mann hält mir eine gelbe Blume mit der unausgesprochenen Aufforderung daran zu riechen hin. Währenddessen referiert irgendjemend über die kommende Behandlung mit meiner Person. Irgendjemand gibt mir einen religiös geprägten Flyer, auf dem ein Slogan beziehungsweise eine Abwehrmaßnahme in Spruchform gegen Pendelbeeinflussung/Hypnose/Manipulation stehen. Mehr als diesen lese ich nicht. Eine der zuständigen Frauen fragt mich besorgt bis regelrecht ängstlich, ob ich mir den Inhalt durchgelesen hätte, ich antworte mit nein.

Ich gehe nach vorne, auf der anderen Seite der Straße sitzen zwei Menschen, einer davon männlich. Es scheint, als könnte ich ihm vertrauen und er würde mich irgendwie unterstützen und schützen. Ich habe drei Stühle zur Auswahl, soll mir einen aussuchen, probiere alle durch und entscheide mich nach meinem Gefühl und entgegen der non-verbalen Suggestion des Mannes für den, auf welchem mein linker Arm der Menschenmasse zugewandt ist.3

Die Prozedur verschiebt sich abseits in einen Durchgang, die Durchführende ist eine andere als bereits erwähnte Psychologin. Sie trägt ein merkwürdige Haube, scheinbar zur Messen von Gehirnaktivitäten. Ich wundere mich, warum sie sie trägt, sollte sie doch eher meinen Kopf schmücken. Ich grübel, ob sie für mich normale Gehirnwellen blufft oder es eine neue Messmethode ist. Kleine Kinder springen rum, scheinbar ist es ein Versuch meine Aufmerksamkeits- und Toleranzschwelle zu messen.4

Unsere Sitzposition bewegt sich weiter. Aus dem Gang hinaus auf einen Kiesboden, umgeben von alten DDR-Garagen. Die Dame wechselt ihre Gestalt, mir gegenüber sitzt ein etwa vierzig bis Mitte fünfzig Jahre alter Mann. Schütteres Haar und ein sehr ausdruckstarkes Gesicht. Er versucht mir einen hypnotischen Code zu implementieren und die Aussagen, ich hätte es getan sowie immer noch Probleme damit. Gleichzeitig wüsste ich aber damit umzugehen. Das entstehende Gefühl gefällt mir nicht. Warum sollte ich das sagen? Das kleinere Übel und die Rettung oder der Versuch mich reinzureiten?! Die Überlegung, ob seine Gedankeneinpflanzung funktionierte… die Simulation möglicher Folgen und die Frage nach den Gründen.

Wieder einmal die Stelle, wo der Übergang zum luziden Traum sich auftat. im Zuge der Simulation. Ein Zustand, der sich aushalten ließ, trotz eher bedrohlicher Gefühlslage. Ich schaffe es allerdings noch nicht, die Schwelle zu übertreten, den Traum “bewusst” weiterlaufen zu lassen.

Interpretationstechnisch seien mal folgende Schlagwörter in den Raum geworfen: Angst vor dem Unbewussten, der Ungewissheit, Unsicherheit und dem eigenen Unbekannten. Bis hin zu den dunkelsten Abgründen. Nicht zu wissen, was man in der Vergangenheit getan hat. Beziehungsweise dass man schreckliche Taten begangen hat. Das wäre ja eine Sache, aber nicht davon zu wissen… und ein vollkommen anderes Selbstbild in sich zu tragen… weird und erschreckend.

Robby, whom you may trust?

  1. Abgesehen von der Tatsache, dass nichts passiert ist und wir eine Menge Spaß hatten. []
  2. Ich sollte Skizzen für solche Beschreibungen einfügen. []
  3. Auch hier wäre eine Skizze wohl wieder hilfreich. []
  4. Dazu ist zu sagen, dass ich vorher zum Spaß einen der beiden Vollhonks zum Spaß bissl lautstark angemacht habe, auch wenn er mir das nicht geglaubt hat *mwahahaha* []

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