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Auf dem Rückweg dachte ich ironischerweise vereinfacht “Same shit, different year.”. Sogesehen könnte ich eigentlich die Beiträge und Kommentare des letzten Jahres verlinken, und im Großen und Ganzen wäre alles gesagt. Ich meinte mich zudem zu erinnern, geschrieben zu haben, dass ich zur nächsten Lesung alles, nur nicht alleine hingehen würde. Ich habe mich scheinbar geirrt, sollte es mir aber mit Ausrufezeichen notieren. Dieses Mal gab es immerhin wenige vielleicht-Kandidaten, die dann aber aus verschiedensten Gründen doch nicht anwesend waren. Nuja. Wobei ich aus selbstreflektorischer Sicht wohl auch wieder selbst dicht gemacht habe, außer vielleicht beim Lesen, aber das ist eine ganz andere Geschichte.

Beginnen wir mit ihr, wenn auch in anderer Struktur als im Jahr 2008 und insgesamt kürzer und prägnanter. Vieles, was damals geschrieben stand, ließe sich bis auf Detailänderungen fast eins zu eins übernehmen. Life is a circle.

Die Moderation
Die Führung durch den Abend von Marcus alias urbandesire, der ursprünglich auch selbst vortragen wollte, hat mir insgesamt sehr gut gefallen. Das große Aber tritt in Verbindung mit meiner Person in den Raum. Eine nur sehr knappe Anmoderation kam mir aufgrund meines ersten Beitrages sehr entgegen, allerdings frage ich mich, seit wann ich vom robundseb-Blog komme, nur, weil die URL – eine von mehreren – so heißt. Sebbe hat mit dem Blog sogesehen überhaupt nichts zu tun und den eigentlichen Titel kann man unschwer dem Header entnehmen: “Vom Leben gebloggt”. Sei’s drum, war mit Sicherheit nicht böse gemeint, hat mich aber dennoch mehrfach mit den Augen rollen lassen. Genauso wie die Abwertung meiner tollen fünf Tombola-Wrestling-Karten, die persönlicher nicht hätten sein können. In meiner Grundschulzeit Mitte der Neunziger im Pack für glaube ich 50 Pfennig erworben, waren die damals vollends cool. Die dann als Trostpreis zu verschachern… nuja.

Smikey
Ich war mir fast sicher einen seiner drei Beiträge schon im letzten Jahr gehört zu haben. Im Sinne von “Was sich bewährt hat, kann ja nicht so falsch sein.”. Ich scheine mich jedoch geirrt zu haben. “Schokopudding” und dessen Folgebeitrag kamen mir dennoch vertraut vor. Vermutlich, weil ich sie mal bei ihm gelesen habe. Vom Vortragsstil war es mir zu abgehackt bis monoton, ich konnte jedenfalls nur schwer folgen und im Vorgetragenen mitfließen. Letztes Jahr fand ich ihn in der Hinsicht besser. Schade um die Texte, denn die waren stellenweise verdammt gut.

Kolumnistenschwein
Für eine möglicherweise eingeschränkte Performance hat er sich vorab entschuldigt. Ein Text über die ersten Mai-Krawalle. Nicht ganz mein Thema/Interessengebiet. Ich hätte gerne mehr gehört und denke immer noch, dass er’ne verdammt coole Sau ist :D

pulsiv
Böse gesagt zwei Geschichten zum Thema Ritterlichkeit: Analritter und strahlender Ritter im Supermarkt. No offense! Mir haben beide Texte, als auch betonter Vortragsstil gut gefallen, wenngleich ich es für problematisch erachte, wenn man das, was gelesen wird, selbst schon gelesen hat. Die explizite Erinnerung galt bei pulsiv nur dem zweiten Text, der erste wirkte überraschender und neuer. Wobei ich den bestimmt auch irgendwann mal gelesen habe.
Ach so, Titten gab es noch. Die hatte ich doch glatt vergessen – aber auch schon gelesen! Man verzeihe mir.

Meine Wenigkeit
Unerwartet. Eigentlich stand ich ja auf Listenplatz 6, als ich plötzlich als erster des zweiten Themenblocks anmoderiert (*hust* – siehe oben). Von aus dem Konzept gebracht kann man nicht wirklich sprechen, hatte ich mir doch nicht wirklich eins zurecht gelegt. Dennoch zu Beginn ein kurzes, nervöses und überraschtes verbales Armgewedel um die Situation einigermaßen unter Kontrolle zu bringen. Ich fing dann einfach – wie ursprünglich geplant – an. Mittlerweile gab es dankenswerterweise einen Mikrophonhalter, sonst wäre es noch komplizierter geworden.

Beitrag Nummer Eins – immer noch unveröffentlicht – Der Anzug.1 Ich war wohl gleichzeitig zu schnell und zu langsam. Zu schnell beim normalen Vortragen, zu langsam beim Ausziehen. Letzteres war zu erwarten, eine Trockenübung außer der im Geiste hätte wohl trotzdem geholfen. So war das alles etwas unbeholfen *lach* Dass ich die vierte Stufe zur Fast-Nacktheit zur Maximierung der Aussagekraft auch physisch hätte nehmen müssen, ist mir bewusst. Ich hatte verschiedene Gründe es hier nicht zu tun. Vielleicht, sollte ich in Verlegenheit kommen mal in einer anderen Stadt zu lesen. Und für den richtigen Preis lässt sich auch über eine Privatvorstellung Privatlesung reden *hehe*

Statt im Anschluss ein paar Worte über mich zu verlieren, ging ich nahtlos über zu den beiden folgenden Texten. Sogesehen weiß niemand, wer ich bin *hehe* Gedankenmeer war in meinen Augen eine gute Wahl, statt Lesbare Intimität hätte ich aber wohl eher Liebe (Ressourcenbetrachtung) lesen sollen. Der Eintrag hätte mehr Inhalt, Tiefe und Aussage gehabt.

Die neue Frisur passte perfekt, meine Betonung fand ich insgesamt gut, Textenden wurden zumindest in zwei von drei Fällen von alleine deutlich, der Publikumskontakt war mehr als bescheiden, Körpersprache ziemlich eingeschränkt und teilweise unsicher wie Sau. Mehrere Sekunden an so’nem scheiß Zettel rumwurschteln, weil man das Blatt nicht weggezittert bekommt und sich halb versteckt öffentlich ausziehen… – scheiß lesbare Intimität. Und dass ein Herpesfleck gerade dann die Hackfresse im linken Mundwinkel befällt, wenn man sich vor Unmengen Leuten präsentiert… *grr* Ich hatte schon am Morgen das Gefühl.

sapere aude
Nach anfänglich geäußerter Aufgeregtheit war die Präsentation wirklich verdammt gut. Mit dem sprachlichen Können eines Märchenerzählers betonte sapere seine eigenen und vorgetragenen Texte. Deren Inhalt wiederum… ich denke er weiß, dass er für mich einem fanatischen “Atheismus-Glauben” folgt. Brauchen wir nicht (wieder) drüber reden.

Der Geschichtenerzähler
Fand ich großartig. Intelligente Texte mit Witz, dazu mit einer – aua, bitte nicht hauen – leicht sächsischen Betonung. Kenn mich bei Dialekten nicht so aus, hat mir aber sehr gut gefallen. Könnte man zum Höhepunkt des Abends erklären.

Cuentacuentos
Voller Ruhe und Gelassenheit trug sie ihre Texte vor.2 Eine Frau, die vermutlich über eine Menge Erfahrung verfügt. Klarer Unterschied zu uns “Jungspunden”, die zum Teil unsicher-zibbelig durch ihre Texte stolpernten (*Arm heb*) und keinen wirklichen Plan hatten. Sie schwebte regelrecht durch ihr Programm.
Das führt zu einem – wenn auch übertriebenen – Kritikpunkt: Sie hat die Zeit “arg” überzogen. Eigentlich kein Problem, aber wenn fünfzehn Minuten pro Leser anberaumt waren, sollten sich auch alle irgendwie dran halten. Ich hätte nämlich auch noch paar Texte mehr in meiner Mappe gehabt. Aber das war wie gesagt nur ein unnötiges “Ich bin zu kurz gekommen”-Ego-Problem, welches von mir dementsprechend behandelt wurde. Zumal ihr Abschlusstext wirklich grandios war. No reason to complain.

bastih
Wie schon im vergangenen Jahr mit eigenem Fanblock. Würde nur er lesen, wären vermutlich genauso viele Leute da. Wie gewohnt zwei Texte in sprachlich hoher Qualität, die mir beide jedoch schon beim Selbstlesen nicht wirklich zusprachen. Inhaltlich. Trotzdem saubere Darbietung mit entsprechenden Jubelschreien.

Jojo Beetlebum
Comics in Motion. Sehr geil gemacht, allerdings nicht weiter kommentierbar.

Tombola
Bis auf das meine persönlichen Wrestlingkarten übermäßig schlechtgeredet wurden, die zudem von mehreren anwesenden männlichen Zuhörern heiß begehrt waren, eine lustige Sache. bastih musste sich kusstechnisch mehrfach opfern, nahm es aber wie ein Mann. Von mir eingebrachter Tombola-Gewinn Nummer Zwei, ein paar menschenfrei-neutrale Urlaubsbilder aus Ägypten zum Angucken, Aufhängen und Erfreuen, kam hoffentlich gut an. Die sind in dem Fall wohl explizit von robundseb gesponsort, hat die meisten doch Sebbe geschossen.3 Gewonnen habe ich leider nichts :(

Das war es. Ich kam wie ich ging. Alleine in die Nacht.4 War okay, nächstes Mal bringe ich mir aber zumindest eine Person mit, die ich kenne. Ich brauche nicht viele, aber ein “Wingman” ist bei solchen Geschichten ein Segen. Ansonsten – beziehungsweise ungeachtet dessen – kann ich ja auch mal an meiner Zugänglichkeit arbeiten. Ich schirme mich ja bei solchen Veranstaltungen immer ziemlich ab.

Mal schauen, ist ja wieder ein Jahr Zeit.

[Weitere Reaktionen scheint die Thüringer Blogzentrale zu sammeln, daher verlinke ich einfach mal rüber und sammel nicht selbst.]

Robby, walk the night

  1. Die Krawatte saß nur suboptimal, im Zug mit knapp-ausgedruckter Bildanleitung schnell gebunden. Ich sollte mir angewöhnen, meine Sachen nicht erst fünf Minuten bevor ich los muss aus dem Schrank zu nehmen… []
  2. Teilweise etwas langatmig. Die Aufzählung von Gerüchen hätte man auch halbieren können. []
  3. Ich hoffe, du kannst mir die frevelhafte Weitergabe verzeihen :D []
  4. Hier jetzt bitte melodramatische Musik drunter legen *hehe* []

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26 Responses to “3. Thüringer Bloglesung – Erfahrungsbericht”

  1. [...] Rob [...]

  2. on 07 Jun 2009 at 15:18 bastih

    Meckerziege :) . Danke, dass du da warst und für deinen tollen zweiten Text.

  3. on 07 Jun 2009 at 15:21 fräulein h

    boah, ich hätte alles drum gegeben die fünf wrestlingkarten zu gewinnen, als frau!

  4. on 07 Jun 2009 at 15:25 Robby

    @bastih: Wie gesagt. Das Gute am status quo bringt einen nicht voran. Danke.

    @fräulein h: Ich habe noch welche hier. Das sind zwar nicht mehr die ultracoolen Wrestler, aber da lässt sich bestimmt was einrichten. Im nächsten Jahr oder so *hehe*

  5. on 07 Jun 2009 at 15:28 Marcus

    Man möge mir die URL- und Blognamenverwirrung verzeihen. Ist halt bei dir nicht ganz einfach… aber vielleicht solltest du dir deinen Abouttext noch mal durchlesen. Meine Ankündigung geht somit als legitim durch. ;-)

    Mir ging es darum, die Blogs für die Zuhörer im Nachhinein im Netz auffindbar zu machen… was liegt da näher als die URL zu erwähnen.

    Aber hey: http://www.vomlebengebloggt.de ist noch frei. ;-)

  6. on 07 Jun 2009 at 15:33 Robby

    Ich werd’s wie gesagt überleben – und beim nächsten Mal zur Sicherheit einfach Rücksprache mit der Moderation halten ;) :D Und neben URLs gibt es ja auch noch Google. Wie gesagt kein Weltuntergang, aber etwas, das mich dennoch leicht geärgert hat.

    Ja, zwecks passenderer URL hatte ich auch schon mal überlegt *hehe*

  7. [...] Bericht von Rob [...]

  8. [...] Robby [...]

  9. on 07 Jun 2009 at 16:35 bastih

    vielleicht hast du ja angst, dass der status quo DIR zu kopf steigen könnte. mir wird der niemals zu kopf steigen, weil es eben nur das netzleben ist. mehr nicht. es ist zwar schön, aber mehr auch nicht. was in meinem realen leben und den status quo angeht. da ja. da sehe ich das anders. aber was blogging angeht… :)

  10. on 07 Jun 2009 at 16:44 Robby

    Es geht dabei nicht um das Netzleben, sondern generell. Auch im realen Leben steht immer die Frage: Was geht noch besser? Gut, vielleicht nicht immer, aber oftmals, vor allem in “Bewertungssituationen”.

  11. [...] bei Yet Another Blog, urbandesire, Chaosplanet, pest krause, nichtsdestotrotz, Lady-Bennett Blog, Vom leben gebloggt, Thüringer [...]

  12. on 07 Jun 2009 at 17:26 smikey

    Danke für das Lob für die verdammt guten Texte.
    Und ja, an meiner Vortragsweise muss ich arbeiten. Ich bin einfach immer so unheimlich aufgeregt.
    Ich sollte es mal mit Alkohol versuchen :D

  13. on 07 Jun 2009 at 19:04 Der Geschichtenerzähler

    War ne tolle Performance, die ich so nicht erwartet hätte. :-)

    Ja und es war sächsisch, was ich da so von mir gegeben habe. Ehrlich gesagt will ich ich das ja vermeiden aber es kommt einfach gut an… :-)

  14. on 08 Jun 2009 at 02:17 cuentacuentos

    Lieben Dank für das Lob, wenn auch die Gelassenheit… Da sieht man mal, wie Frauen sich verstellen können. Was die arg überzogene Zeit angeht, das tut mir wirklich leid, denn in Berlin waren es (beim Test) 12 Minuten.

    Dass Du einen Text (mit Performance!) extra für die Bloglesung geschrieben hast, fand ich sehr bemerkenswert. Ich hatte “C’est moi!” eigentlich dafür geschrieben und wollte es erst hinterher bloggen. Dann entschied ich mich anders, und hätte vielleicht doch? Hinterher ist man immer klüger. Oder nicht? Verdammte Unsicherheit! Da siehst Du mal, was es mit der Gelassenheit auf sich hat.

  15. on 08 Jun 2009 at 02:21 Robby

    Wie gesagt, es war eher ein narzisstisches Ego-Problem als wirklich der Rede wert ;)

    Danke. Was die Gelassenheit angeht: Solange sie in den entscheidenden Momenten da ist, reicht das doch vollkommen aus :D

  16. on 08 Jun 2009 at 08:18 pulsiv

    öhm… ich hab die drei texte in jena noch nie gelesen… ich weiß also nich wo deine erinnerung herkommt…

  17. on 08 Jun 2009 at 10:40 Robby

    Ich meine damit, dass ich die Texte auf deinem Blog gelesen habe und deswegen eine Vielzahl Überraschungsfaktoren und -momente vorweggenommen werden, was schade ist.

  18. on 08 Jun 2009 at 10:41 bastih

    Rob, du musst aufpassen nicht allzu selbstreferenziell zu werden ;) .

  19. on 08 Jun 2009 at 10:52 Robby

    Wen oder was soll ich denn sonst als Referenz nehmen, wenn nicht mich?! ;)

  20. on 08 Jun 2009 at 11:02 Marcus

    Jesus?

  21. on 08 Jun 2009 at 11:05 Robby

    Leider kann ich nicht die Perspektive einnehmen, die Jesus inne hat oder hätte. Ist wie mit der Fledermaus.

  22. on 08 Jun 2009 at 11:26 pulsiv

    was liest man denn sonst auf ner bloglesung wenn nicht gebloggte texte?

  23. on 08 Jun 2009 at 11:31 Robby


    Es war nicht die Kritik gegen gebloggte Texte, sondern lediglich der beschriebene Eindruck, dass einem unbekannte (aber gebloggte) Texte eine stärkere Wirkungsmöglichkeit haben. Man kennt nicht die Stellen, an denen gelacht wird, nicht die Pointen und es entsteht dadurch eine vollkommen andere Spannung und Chance zur Überraschung, als wenn ein Text vorgetragen wird, den man schon kennt und “weiß, was gleich kommt”.

    Das lässt sich, zumindest, wenn man den Lesenden regelmäßig liest, nicht vermeiden, ist aber wie gesagt schade. Nicht mehr und nicht weniger.

  24. [...] Diskussion davon abgeraten hat, habe ich das Bedürfnis, ein paar Sachen bezüglich meiner Bloglesungs-Rezension klarzustellen, die vermeintlich nicht so angekommen sind, wie sie ankommen sollten. Das wird, je [...]

  25. on 27 Aug 2009 at 10:11 Tina

    Hallo,

    ich hätte nicht gedacht, dass im Nachhinein eine solche Aufruhr entstehen würde. Ich war nämlich auch vor Ort und habe es mit einem Kurzurlaub verbunden. Ich komme erst jetzt dazu, auch mal einen Bericht zu verfassen und frage mich nun aber, ob ich das wirklich machen sollte? Scheinbar gab es auch auf anderen Blogs eine ganz schön harte Kritik.

    Grüße!!

  26. on 27 Aug 2009 at 10:57 Robby

    Deine Entscheidung, oder nicht?! ;)

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