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Achtung vor dem Fleisch

Ich habe eben (rohes) Fleisch geschnitten. So weit, so unspektakulär, selbst wenn ich nicht ständig in der Küche zu finden bin. Allerdings tat ich es in einem sonderbaren Zustand. Mit meinen Fingern die Muskeln und Fasern der Hühnerbrust zu spüren und sie mit einer Klinge zu teilen und zu zertrennen.
Ich schnitt behutsam.

Was wir Menschen manchmal – wenn nicht gar oft bis immer – vergessen, ist, dass für unser Überleben, unser Wohlbefinden und unsere Geschmackserlebnisse andere Lebewesen ihr Leben lassen. Dass wir töten um zu leben. Töten lassen, weil es wohl nur Wenige selbst könnten.

Ich werde deswegen nicht aufhören Fleisch zu essen, geschweigen denn dazu aufrufen es nicht mehr zu tun. That’s life. Was ich allerdings wichtig finde ist Achtung. Das mag das tote Tier nicht wieder lebendig machen, aber vielleicht den Umgang im Vorhinein bewusster machen. Eine globalere Perspektive vermitteln.

Etwas, das ich sehr wichtig finde und was man sich zumindest von Zeit zu Zeit ins Bewusstsein rufen sollte. Genauso wie man seinem Feind mit Respekt gegenübertritt und ihn in Würde sterben lässt. Nur weil man mit gekreuzten Klingen voreinander steht, macht einen das nicht weniger zum Menschen. Und nur weil wir Tiere züchten, schlachten und essen, sind auch sie Lebewesen und keine Objekte.

Survival of the fittest – steht außer Frage und stimme ich auch vollkommen zu. Nur muss man sich fragen, wie man selbst behandelt werden wollen würde, stünde man nicht an der Spitze. Wenn man nicht Alpha wäre, sondern Omega. Ob man ausgebeutet, ausgenutzt und ausgeschlachtet werden möchte oder seine Rolle in angemessener Art und Weise auszuführen vermag, selbst, wenn sie im Vergleich der Zonk ist. Sogesehen greift auch hier Kants kategorischer Imperativ.

Ein Gedanke, der auch in Prechts “Wer bin ich – und wenn ja wie viele?” abgehandelt wurde und die Thematik sehr gut und eindringlich verdeutlicht. Denn der “Same blue sky” ist nicht nur über den Menschen, sondern auch den Tieren.

Robby, respect of life

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2 Responses to “Achtung vor dem Fleisch”

  1. on 11 Jun 2009 at 23:46 cuentacuentos

    Da gebe ich Dir vollkommen Recht und mit mir offenbar ziemlich viele Menschen, denn es hat massive Proteste gegen Massentierhaltung, Legebatterien, Zustände auf Schlachthöfen… gegeben und gibt inzwischen auch einige, wenn auch noch nicht ausreichende Gesetze.

    Als jemand, der die Bibel eher kritisch, nämlich als ein von sehr vielen Personen vor sehr langer Zeit geschriebenes Buch betrachtet, war ich doch sehr beeindruckt von einer Aufforderung, die an mehreren Stellen darin zu finden ist (sieh es mir nach, wenn ich die jetzt nicht alle belege): Du sollst das Zicklein nicht in der Milch seiner Mutter kochen.

    Unter anderem auf dieses alttestamentarische Zitat führen die Juden ihre koschere Lebensweise zurück (niemals Milch und Fleisch gleichzeitig zu verzehren oder überhaupt in Berührung zu bringen). Mir als Nicht-Jüdin erscheint das… also, ich weiß nicht recht. Zu wörtlich genommen? Was ärger ist: Es ist nicht tief genug verstanden. Nichts anderes sagt es für mich aus, als dass wir beim Untertanmachen der Erde Ethik nicht außer Acht lassen sollten. Es wäre absolut herzlos, ein Zicklein in der Milch zu kochen, die dazu da ist, es zu nähren und am Leben zun erhalten. Für mich ist es also nur ein sehr anschauliches Beispiel für die Rohheit, die wir eben nicht walten lassen dürfen.

    Danke, dass Du das thematisiert hast.

  2. on 12 Jun 2009 at 01:41 Robby

    Ich danke für den Kommentar :) Und was die Interpretation der Bibel (oder auch jedes anderen Schrift- oder Sprachstücks) anbetrifft, so ist eine wortwörtliche Interpretation zwar möglich, aber oftmals weder gewollt noch angebracht, ja. Hmm, Meinungen von vom Glauben abgekommenen Juden und/oder “liberalen Vertretern”, wenn man sie so nennen und es sie geben mag, wären in der Hinsicht interessant.
    Bei so einer Art “Fremdbestimmung” schüttelt es mich. Wobei das ja wiederum zum freien Willen… *lach*


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