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Fliegen lassen

Manchmal überlege ich mir, fertig geschriebene Blogeinträge, Texte oder E-Mailpassagen einfach zu markieren und Entf zu drücken. Mit einem Schlag unzählige ungesagter Wörter ins Nirvana zu schicken. Sei es, weil sie minderer Qualität sind, den Inhalt weder erfassen noch ausdrücken oder ich meine Gedanken, Ausführungen und Formulierungen im Verlauf revidiere.

Vermutlich wäre das besser. Es gibt da allerdings so ein Sprichwort. Sinngemäß geht es um zwei Dinge, die nicht zurück geholt beziehungsweise aufgehalten werden können: ein Pfeil und ein ausgesprochenes Wort.1 So sehe ich es auch bei Schriftstücken. In meinen Augen sind sie nicht unausgesprochen. Natürlich streicht man hier und da ein Wort, ergänzt eine Zeile oder fügt noch etwas hinzu. Aber sobald es beginnen würde den eigentlichen Gedanken zu entfremden…

Ich finde, das hat weniger mit Ehrlichkeit als vor allem mit Entwicklungsbeschreibung zu tun. Und dazu gehört auch, dass Pfeile daneben gehen oder andere tödlich treffen. Das gehört dazu. Damit muss man leben. Und daraus lernen. Um es beim nächsten Mal besser zu machen oder aber im selben Moment seine Position kreuzend loszurennen, im Laufen den Bogen zu spannen, die Augen zu schärfen und im kurzem Atemzug des Stillstands einen weiteren Pfeil bis Hagel von der Sehne schnellen zu lassen, um sich selbst zu entschärfen.

Wichtig ist, dass die entscheidenden Pfeile treffen. Ohne Blindgänger lässt sich deren Ausrichtung und Flugbahn nur schwer berechnen. Darüber hinaus manchen Fehlschüsse menschlich. Im Guten wie im Schlechten.

Anlegen, Augen schließen, zielen, loslassen. Und schauen was passiert.

Robby, fly away (Passend zum Abschluss habe ich noch eine arabische Version gefunden: “Drei Dinge die unwiederbringlich sind: Der Pfeil, der den Bogen verlassen hat, das zu schnell gesprochene Wort und die verpasste Gelegenheit.” – ein Grund mehr.))

  1. Explizit: “Ein abgeschossener Pfeil und ein ausgesprochenes Wort können nicht mehr zurück genommen werden.” (Indianisches Sprichwort) – Google sei dein Freund und Helfer. []

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3 Responses to “Fliegen lassen”

  1. on 14 Jun 2009 at 09:32 cuentacuentos

    Geht mir genauso. Wie oft habe ich schon gedacht: Was hast du da bloß wieder alles geschrieben? Hast du die Tinte nicht halten können, oder was? – Ich habe Einträge aus dem Blog gelöscht und viele dann wieder (unter erheblichem Zeitaufwand) eingestellt, weil sie ein Stück meiner Blog-, Schreib- und damit lebensgeschichte sind.

    Die Indianer waren – und sind vielleicht noch – große Schweiger, und das bezeugen viele ihrer Sprichworte, die dazu ermahnen, gut nachzudenken, bevor man den Mund aufmacht. Ich interessiere mich sehr für ihre Kultur, hauptsächlich für ihr Selbstverständnis über das Eingebundensein in den Kreislauf des Lebens, von dem “der weiße Mann” früher hätte lernen sollen. Unseren der abendländischen Beredsamkeit zu dankenden Reichtum an Literatur möchte ich aber nicht missen.

  2. on 14 Jun 2009 at 23:09 Sven E.

    Manchmal streife ich durch das Archiv meines eigenen Blogs und möchte ganze Monate löschen. Aber ich muss zugeben, dass ich geschriebene, aber unveröffentliche Einträge schon komplett wieder vernichtet habe um nochmal drüber nachzudenken und mich zu vergewissern, was ich wirklich sagen wollte und ob ich es überhaupt sagen will.

  3. on 15 Jun 2009 at 01:37 Robby

    @Cuenta: :) Erinnert mich an die Gaia-Theorie und daran, dass ich ja – neben so vielen anderen Dingen – mich auch mal näher mit Buddhismus, der Kabbala etc. auseinandersetzen wollte. Nietzsche, Schopenhauer und Co. fehlen mir auch noch *uah* *armwedel* ‘-.- :D

    @Sven: So geht es mir auch. Wenn ich sehe, was ich manchmal geschrieben habe: Oh – mein – Gott. Wobei hinzu kommt, dass das auf das Reallife nicht minder zutrifft. Egal, ob Bloggerlesungen, Referate und Vorträge oder zwischenmenschliche Begebenheiten. Aber hey, man lernt draus. Zumindest im Idealfall.


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