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Bildungsstreik Jena

Nach der Teilbeschäftigung mit der Thematik Bildung, Bachelor und Gesellschaft in der heutigen Vorlesung um acht, in der mir wiedermal fast das Kotzen kam, begann um zehn Uhr die Streikdemo auf dem Campus. Für meine Erwartungen waren erstaunlich wenig Leute da, hatte ich gedacht, dass der Platz für all die Studenten nicht reichen würde.

Da die Balkone abgeschlossen und kein Zuständiger zu erreichen war, pusteten wir unsere Seifenblasen aus den Fenstern des besetzten Hörsaal 6. So gut das aufgrund der Windverhältnisse eben ging. Anschließende Partizipation beim Festumzug Protestzug durch die Stadt. Knappst man eben mal ein paar Stunden seiner Zeit ab, die man sonst nur rumgammelt oder virtuell verballert. Nicht, dass ein Mensch mehr oder weniger per se etwas ausmacht, aber würde jeder mit einer pluralistischen Ignoranz an solche Sachen herantreten…

Und so zogen wir Seifenblasen pustend mit, strahlten in der Sonne und erfreuten die Autofahrer und sonstige Verkehrsteilnehmer, indem wir nach und nach die Innenstadt mit dem Strom an Studenten, Schülern und anderen Partizipanten blockierten. Diverse Zwischenstopps, im Schulgebäude eingeschlossene Schüler und diverse Kundgebungen von Organisatoren.

Wie auch bei vielen anderen Demonstrationen oder Aufrufen fragte ich mich auch hier, warum man jeden x-beliebigen Menschen da etwas erzählen lässt. Ich meine, deren Gedanken in allen Ehren, aber wenn das ohne adäquate Formulierung und Stimmgewalt präsentiert wird, geht das sang- und klanglos unter und ist mitunter nur peinlich. Es gibt genug Leute, die einigermaßen vernünftig sprechen können. Entweder lässt man die reden oder es sich von ihnen beibringen. Aber wenn der Autonome von nebenan dann irgendetwas ins Mikro krächzt, so kommt das vielleicht beim streikbereiten Mob an, verebbt aber an der Schwelle zum umgebenden Publikum. Lediglich der vortragende Dozent vor dem UHG., Dr. Robert Gramsch, wenn mich nicht alles täuscht, hob sich sprachlich positiv davon ab. Wenngleich mir das auch bei ihm zu sehr “Ich sage eine Phrase und wir klopfen uns alle johlend auf die Brust.” war. Aber okay, eine Demo dient wohl auch nicht primär dazu konstruktive Impulse auszusenden, sondern vor allem Aufmerksamkeit zu ziehen.

Letztere zogen auch wir. Unsere (Seifenblasen-)Gruppe wurde vom Campus TV angesprochen, ob wir denn nicht sagen wollen, warum wir da sind und an der Demo teilnehmen. Ich konnte dankend drauf verzichten. Zumal “Seifenblasen und soziale Verantwortung.” wohl nicht die Gründe sind, die sie hätten hören wollen.

Zwischenzeitlicher Zwischenstopp bei Fritz Mitte zum Mittagessen. Ehrlich gesagt hatte ich eine lange Schlange an der Currywurstbude erwartet. Nicht im Ansatz. Gar keine. Also gemütlich Wurst und Pommes verzehrt, bevor wir dem Streikzug entgegen liefen und uns nach einem Toilettenbesuch in unserem Institut1 auf Höhe selbigen wieder anschlossen. So, als wären wir nie weg gewesen. War auch nicht weiter spektakulär, bis auf die spontane “Erstürmung” der Goethe Galerie. Das war ganz cool. Spontan, provozierend und das Umfeld mit einbeziehend.

Wieder auf dem Campus angelangt, haben wir uns ausgeklinkt. Gibt ja schließlich auch Studenten, die was zu tun haben. Und das erledigen, ob sie nun unbedingt wollen oder nicht.

Robby, hat mitgemacht und war dabei *uhu*

  1. Ja, das will keiner wissen, war aber genial :D []

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6 Responses to “Bildungsstreik Jena”

  1. on 18 Jun 2009 at 12:46 johannes

    hallo robby,

    erstmal schön, dass du mit demonstriert hast!

    ich bin mir aber nicht sicher, ob du wirklich weißt um was es dabei für jeden jenaer student ging.

    ich lade dich ein in das diskussionforum in der 1. etage in cz3. dort kannst du dich mit vielen leuten austauschen und infos erhalten, was die folgen der demo waren und in wieweit ressonanz darauf von oben (rektorat, land) kam! es geht jeden was an und wenn ich sehe, dass heute bei der diskussion mit dem rektor nur 100 von 20 000 studenten waren, bin ich mir nicht mehr sicher, ob sich der wichtigkeit bewusst ist…

    augen auf!

    johannes

  2. on 18 Jun 2009 at 19:05 Robby

    Es geht mir nicht um die Ziele und das Anliegen, sondern um die Mittel. Und “wie der Pöbel” schreiend durch die Straßen zu ziehen, ist nicht mein Stil. Das ist, wenn wohl auch wichtiges, Aufmerksamkeitsgeziehe, welches aber auch nach hinten losgehen kann.

    Wenn im Hintergrund Vorschläge für Verbesserungen existieren, wie sie es anderen Quellen nach tun, wäre es wohl sinnvoller mit diesen (= Bieten) auf die Straße zu gehen, statt zu fordern. Man kann ja sagen “Guckt her, wir haben die Ideen und Vorschläge.” statt “Wir wollen das und das.”, vor allem dann, wenn man (gute) Pläne in der Hinterhand hat. Dann kann man auch die (Massen-)Aufmerksamkeit darauf lenken und es publik machen, statt im stillen Kämmerlein dann die Sachen zu regeln.

    Mir war das, was man im Alltag mitbekommen hat, einfach zu wenig konstruktiv. Hauptsache klagen und fordern. Das war mein Eindruck.
    Mag sein, dass vieles darüber hinaus vorhanden ist, aber davon kam bei mir – der nicht die persönliche Notwendigkeit sah und sieht, sich da aktiv zu engagieren – ehrlich gesagt nichts an.

  3. on 19 Jun 2009 at 10:52 johannes

    Vorschläge machen Parteien um die Bürger zu überzeugen….

    Bürger, in dem Fall Studenten, sollten fordern um klar zu machen, welche Wichtigkeit dahinter steckt. Zudem werden die Forderungen durch Problemschilderungen belegt. Diese Kausalität wird jedem klar, der sich mit den Problemberichten auseinandersetzt – und nicht das ganze nur auf seinen Horizont beschränkt. Manche mögen mit dem aktuellen System zurecht kommen, aber wieso sollte man nicht auch da nach mehr streben und vielleicht Kommilitonen dabei unterstützen ein demokratisches Hochschulsystem zu schaffen. Damit meine ich, wie du oben “Persönliche Notwendigkeit” beschrieben hast.

    Schau auch mal hier rein
    http://www.scienceblogs.de/astrodicticum-simplex/2009/06/bildungsstreik-universitat-jena-wurde-besetzt.php

    Gruß
    johannes

  4. on 19 Jun 2009 at 19:00 Robby

    Ach ja. Und “ihr” überzeugt mit – hmm – vereinfacht gesagt Krawall?! Als ich heute von besagtem Treffen mit dem Rektor erzählt bekommen habe, und der Veranstalter ihn vehemment mit “Du.” angesprochen haben soll und es mehr um “moralische Fragepunkte” bei Wirtschaftswissenschaftlern als um Bachelor und Master ging, kann ich nur den Kopf schütteln. Und gleichzeitig froh sein und bedauern, dass ich nicht da war. Wer – aus welchen Gründen auch immer – eine fruchtbare Diskussionsgrundlage gleich zu Beginn torpediert und Systemkritik übt, die zwar gut und wichtig ist, aber von inhaltlicher Seite so erst einmal nichts mit Bsc. und MA zu tun hat, macht meiner Meinung nach irgendetwas falsch.

    Was deinen zweiten, sehr schwammigen Absatz angeht: Welche Wichtigkeit steckt denn dahinter und was bringt es mir, wenn a) andere bessere Bedingungen haben und b) mich die Methoden nicht überzeugen. Was habe ich davon? Und die Frage meine ich nicht böse, sondern gilt es die sich zu stellen. Warum und Wozu sollte man mit auf diese Art und Weise demonstrieren?

    Ein 2-Seiten-Forderungspapier soll dem Rektor ausgehändigt worden sein. Zwei Seiten und Forderungen. Wo sind eure Vorschläge, wo ist das, was ihr bietet. “Ich will, ich will, ich will” kann jeder, was dafür tun allerdings nicht.
    Aber halt: Vorschläge machen ja Parteien, um Bürger zu überzeugen.

    Besagten Link kenne ich bereits. Im Endeffekt steht da in etwa das Gleiche wie das, was ich geschrieben habe. Es wird sogar auf einen meiner Beiträge verlinkt, wenn auch auf der Thüringer Blogzentrale. (Der dem Streik vorausgegangene, siehe hier.)

  5. on 19 Jun 2009 at 21:28 johannes

    Erstens, vereinfacht gesagt, lagst du mit deiner ersten messerscharfen Feststellung nicht richtig und zweitens weiß ich nicht, wieso Dir Deine Informationsquelle wesentliche Informationen bzgl. des Treffens vorenthalten hat. Denn solche Sachen wie Demokratisierung, Wahl des Rektors, Ansätze zur Forschung bzgl. Hochschulbildung, Freiräume für ein Forum für Studenten scheint Dir wohl niemand mitgeteilt zu haben. Deshalb ist es schlichtweg falsch, damit zu argumentieren.

    Letztendlich kann man sowas unter Umständen auf einer äußerst unseriösen .de.vu Domain nachlesen, sofern man solche Seiten nicht anhand ihrer Adresse verurteilt. Wer kein Geld irgendwo reinsteckt, muss es ja auf keinen Fall ernst meinen! OpenSource ist ja auch was für Looser…

    Ebeneso ist es für mich enttäuschend, wie du weiter mit Unwissen hantierst, da dieses 2 1/2 (!) Seitenpapier beim Rektor nicht schlecht ankam und durchaus Ansätze zur Demokratisierung darbringt. Desweiteren kann man solche Ansätze weiter ausarbeiten und Neue entfernen, sofern die Hochschule es überdenkt evtl. doch etwas Freiraum zu lassen.

    Der Beitrag auf der anderen Seite sagt im Wesentlichen etwa 10 mal mehr aus als dein Beitrag.

    Auf Wiedersehen

  6. on 19 Jun 2009 at 21:42 Robby

    Ich hatte nicht die Absicht dir auf den Schlips zu treten. Und ich habe lediglich die subjektive Meinung eines Anwesenden wiedergegeben. Und eine Argumentation führe ich mit derart gefärbten Punkten nicht, es bestätigt nur meinen Eindruck. Und “Wahl des Rektors” kam bei mir auch anders an *hihi* Ich spiegel wie gesagt nur eine – von vielen – Wahrnehmung wider. Dass die nicht in deinem/eurem Sinne ist… sorry, aber im Zuge einer Hochschuldemokratisierung darf man ja hoffentlich auch eine abweichende Meinung haben bis Kritik üben, oder?!

    Wenn du mir jetzt noch sagst, wo von Verurteilung die Rede war, können wir gerne drüber reden. Mein Statement war lediglich, dass es bei manchen unseriös wirken kann. Das bedeutet in keinstem Fall, dass man nicht meint oder ähnliches. Aber du kannst mir ja sicher zeigen, wo ich das geschrieben habe.

    Oha, Zweieinhalb-Seiten. Stimmt, ich erinnere mich, die halbe Seite ist wohl über den heutigen Tag aus meinem Gedächtnis gefallen. Kann man die denn irgendwo nachlesen? Nur mal so interessehalber.

    Na wenn du meinst :)

    edit: Ich war noch mal auf der de.vu-Seite. Letzter Eintrag 16. Juni. So viel zu neuen Informationen…


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