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Ich bin wirklich dankbar dafür Schulz von Thuns “Miteinander Reden” gelesen zu haben. Das Konzept der vier Seiten einer Nachricht kennenzulernen war eine der Bereicherungen in meinem Leben. Allen voran der Aspekt der Selbstoffenbarung. Denn der ist wirklich grandios. Nicht nur in Bezug auf die Aussagen anderer Menschen, sondern vor allem auf die eigenen.

Betrachtet man den vorangegangen Blogeintrag von dieser Seite, wird es besonders spannend. Nicht vergessen: Es geht nicht um euch, es geht um mich. Ich möchte fast sagen, es geht auf die eine oder andere Weise immer nur um einen selbst. Selbst dann, wenn es um einen anderen geht.

Schaue ich auf das Geschriebene und das dahinter liegende Gefühl, so ließen sich wohl Ausdruck von Einsamkeit und Ungerechtigkeitsempfinden umkreisen.
Ungerechtigkeitsempfinden insofern, dass Leute mit alltäglichen, stupiden und banalen Nichtigkeiten so großen Zulauf und Zuspruch finden.1 Ich schrieb vor anderthalb Jahren bereits einmal darüber. Und auch heute noch gilt: Es schauen mehr Leute RTL2 statt arte, haben mehr Spaß an einem Teeniebuch als an anspruchsvoller und tiefgehender Literatur und lachen eher über Mario Barth als über Harald Schmidt. Und selbst, wenn das nicht mal stimmt, wird hoffentlich deutlich, was ich damit sagen möchte.

Das ist nicht schlimm, soll wie gesagt jeder machen, was er mag, führt aber mit einem kleinen Schritt zum besagten Ausdruck der Einsamkeit. Entweder bist du massentauglich oder stehst alleine am Rand. Und es hilft nur bedingt, dass dort andere alleine stehen, führt Massenuntauglichkeit nicht automatisch zu Unmassentauglichkeit. Es gibt eine Vielzahl an Außenseitern. Ich möchte jetzt nicht sagen, im Gegensatz zur Masse sind sie individuell – oder individueller -, aber wahrscheinlich wird es in gewisser Form so sein. Und wenn nicht in Bezug auf Individualität, dann auf Differenziertheit. Eben nicht nur schwarz oder weiß, sondern auch dazwischen. Und wer jetzt meint, ich würde gerade nur selbiges Spektrum aufziehen, so ist mir natürlich bewusst, dass zwischen Kern der Masse und extremer Außenseiter zwei Standardabweichungen liegen mit einer Vielzahl Variabilität dazwischen.

Es ist dennoch so, dass je weiter man am Rand steht, desto schwieriger ist es Seinesgleichen zu finden. Nicht nur, weil es weniger gibt, sondern weil sie viel breiter gestreut sind. Dazu muss man sich nur die unterschiedlichen Kreisbahnen vorstellen. Während in der Mitte alle dicht gepackt sind, hat außen fast jeder eine Umlaufbahn für sich allein. Hinzu kommt, dass mindestens ein gewisser Teil an Außenseitern Einzelgänger sind. Das unterscheidet sie von Randgruppen. Randgruppen bilden eine Gruppe. Außenseiter sind allein. Manchmal sogar bewusst und selbstgewählt. Sie genügen sich selbst – oder versuchen es zumindest. Aus welchen Gründen auch immer. Sie bilden keine wirklichen Gruppen, sondern Aggregationen. Lose Zusammenschlüsse. Nicht immer, absolut und keine 24/7, aber vorzugsweise. Sie identifizieren sich nicht mit einer Gruppe, sondern mit sich selbst. Zumindest gilt das für mich.

Letztens schrieb ich vom Byronic Hero, einem archetypischen Antihelden. Nicht, dass ich ihm absolut und in Reinheit entsprechen würde, aber ich erkenne Parallelen. Und ehrlich gesagt finde ich das sogar ganz gut. Was allerdings den Stolz bezüglich der Außenseiterrolle anbetrifft: Seien wir doch mal ehrlich: Der Mensch ist ein soziales Wesen. Es ist nahezu unumgänglich, dass er andere um sich herum hat und herum haben muss, außer er will vollends verkümmern. Das gilt ja selbst für Dr. House, auch wenn das die Wenigsten sehen.

Ich möchte jetzt nicht wieder auf die Wölfe und Schafe zu sprechen kommen, aber im Endeffekt: That’s it. Entweder hört man auf Wolf zu sein, was nicht möglich oder zumindest nicht gewollt ist, wird mehr Schaf respektive toleranter, was schrittweise wohl möglich ist, oder findet endlich andere Wölfe.

Ich denke, der Byronic Hero ist ganz gut. Nicht als Zustand, aber als Ausgangspunkt. Auf dem Weg zum Menschen.

Robby, mag Heldentum

  1. Nicht, dass meine Niederschriften von überragender Grandiosität wären, aber ich denke schon, dass sie bereichernd und anregend sein können. []

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