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Spielen? Lass es lieber!

Im Grunde genommen ist das studivz nichts anderes als die Partnerbörse 2.0. Zumindest kommt es mir in letzter Zeit so vor, wo ich verstärkt von irgendwelchen Mädchen angeschrieben werde. Wenn denn einem nicht gleich eine Freundschaftseinladung ins Gesicht geklatscht wird. Weil man auf den ersten Blick gleich sympathisch oder sogar sehr sympathisch war. Mit dieser Aussage hört der substantielle Inhalt dann meistens auch schon auf. Frauen, deren einziger Nachrichteninhalt aus “Wie geht’s?” oder “Erzähl doch mal etwas über dich.” besteht, schießen sich sofort selbst ins Aus. Auf sowas antworte ich nicht mal mehr.

Hin und wieder entstehen mitunter ja doch ganz nette Unterhaltungen, die aber zeitnah wieder versacken. Interessant wird es, wenn nicht nur ein oberflächliches Blabla hin und her getauscht, sondern auch gespielt wird. Die Bereitschaft dazu findet man ziemlich schnell raus, indem man einfach anspielt. Auch das versackt meistens früher oder später, auf welcher Ebene auch immer, weiß aber wenigstens ein wenig herauszufordern und zu unterhalten.

Problematisch wird es dann, wenn die gute Frau offensichtlich zweckgebunden ins Spiel einsteigt und darüber hinaus noch extrem unterlegen ist. Zuletzt geschehen, mit einigen guten und zuweilen arg offensiven Spielzügen, aber einer korrumpierenden Motivation. Mit mir zu spielen, um mich beziehungstechnisch für sich zu gewinnen? Wer mit diesem Zwang die Bühne der Freiheit betritt, liegt am Ende ziemlich schnell auf dem Boden. Ausblutend. Alleine.

Das ist okay. Wenn man es einkalkuliert und damit umgehen oder es zumindest akzeptieren kann. Bei einem kleinen Mädchen, das fragt, ob wir das Spiel weiterspielen wollen… entweder man spielt oder man spielt nicht. So etwas funktioniert nicht nach Absprache und auf Kommando, sondern entwickelt sich und läuft.

Das und die Tatsache, dass sie hochgradigst an mir interessiert schien, nahm ich als Anlass das Spiel im Handumdrehen kaputt zu machen. Wie das geht? Subtilität eingepackt, Direktheit rausgeholt. Klar gemacht, was gehen wird und was nicht. Grenzen gezogen, Rahmen gesetzt. Das, was man bei einem Spiel eigentlich nie explizit machen sollte. Gerade diese unterschwellige Unsicherheit, diese Koketterie1, übt den gewissen Reiz aus. Und ab einem gewissen Erfahrungsgrad kennt man die impliziten Regeln2, die Verhaltensweisen und weiß sich – mehr oder minder – daran zu halten.

Die junge Dame hat sich nach meinen Warnhinweisen und Limitierungen nicht nochmal wirklich gemeldet. Was spielerisch schade, aber zu erwarten war. Nur sollte man seine eigenen Grenzen beim Spielen kennen. Dass sich jemand an mir verbrennt, ist okay. Aber wer blindlings und naiv drauf und dran ist sich bei mir in Brand zu stecken… Manchmal frage ich mich echt, wofür Frauen sich zum Teil halten. Und anhand eines studivz-Profils auf eine Beziehung zu schielen… OMG – Learn to play.

Gilt umgekehrt übrigens auch für Männer. Und für beide auch außerhalb der Virtualität. Wer jemanden mit Beziehungsabsichten überstürzt überfällt, kann im Großteil der Fälle wohl gleich wieder nach Hause gehen. Wer verkrampft und auf Teufel komm raus eine Beziehung aufbauen will, ebenso. Kommen lassen. Wie beim Spielen. Entweder es entwickelt sich, oder es tut es nicht. Und nur wer mit dieser latenten Egalität an die Sache herangeht, kann diese wirklich entfalten.

Spielen ist Freiheit. Und beides wohl ein komplexeres Thema, als es in einem derartigen Blogeintrag hier mit mir selbst zu diskutieren. Fakt ist, das studivz ist weder zur Partnerbörse noch zum Spielen wirklich geeignet. Maximal Geplänkel. Einzige Möglichkeit wäre vielleicht zu sagen “Du hast ein tolles Profil, komm, wir laufen uns mal über den Weg.”. Und das ist schwierig, hat doch selbst das schon einen stark künstlichen Charakter.

Am besten lernt man Menschen draußen kennen. Zufällig, im Vorbeigehen. Danach kann man sich immer noch im studivz schreiben und meinetwegen auch spielen. Nur ist der Wechsel von der virtuellen in die reale Welt – meinen Erfahrungen nach – unweit schwieriger.

Robby, Flammenträger3

  1. Die ziemlich passende Bezeichnung lernte ich in “Die unträgliche Leichtigkeit des Seins” kennen. []
  2. Man könnte fast sagen es gäbe keine, was aber nicht ganz zutreffend wäre. []
  3. Der Sinn ist vermutlich auch mit verbrannt. []

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8 Responses to “Spielen? Lass es lieber!”

  1. on 17 Sep 2009 at 13:22 Ralf

    Spiel des Lebens! …und ausgerechnet Du verspielst dich. Menschenkenntnis ist kein Spiel, eine Pauschalität über alles zu legen, entbehrt jeder differentiellen und persönlichkeitsbezogenen Psychologie. Du spielst nicht mit einer speziellen Person, Du spielst mit den Mädchen aus studivz. Mal intensiver, dann weniger stark und begreifst nicht, dass das Denken, überlegen zu sein, die Grenze längst bei dieser Vorstellung erreicht hat. Spiel mit der realen Freiheit, denn nur diese ist beständig. Dann müssten einige Gedanken, aber auch offen ausgesprochen werden. Aber: Nicht nur analysieren, sondern auch reagieren!

  2. on 17 Sep 2009 at 13:34 Robby

    Guten Morgen.

    Interessanter Kommentar, den ich leider nicht ganz einordnen kann und verstehe.

    1. Wo lege ich Pauschalität über alles? Welche genau? Abgesehen davon gibt es gewisse “allgemeingültige Regeln”. Dass diese eine gewisse Variation aufweisen, an die man sich anpassen muss, ist geschenkt.
    2. Ich spiele nicht mit den Mädchen aus dem studivz, ich spiele mit den Menschen, die mit mir (mit-)spielen. Egal wo. Übrigens auch mit Männern. Da gestaltet sich das aber aufgrund der – im Normalfall – klaren Beschränkungen weitaus unkomplizierter.
    3. Warum muss etwas getan werden? Es kann.
    4. Hochscrollen und die Reaktion bitte rauslesen. Die spezielle Person war mir spielerisch nicht gewachsen, wollte Dinge von mir, die sie von mir nicht bekommen kann/wird und das habe ich ihr klar und unmissverständlich mitgeteilt.

    Ausführlichere und begründete Statements, die auch verständlich, nachvollziehbar und dementsprechend stärker diskutabel sind, wären wünschenswert.

  3. on 17 Sep 2009 at 14:41 Kiko

    Ich denke jede Art Community kann als Partnerbörse verwendet werden, wenn man es denn darauf angelegt. Gerade weil ich auch gerne mal einen Menschen nur nach einem Profilbild sympatisch finde schreibe ich auch mal hin & wieder Mails mit ähnlich dümmlichen Inhalt (Kann man dich haben?).

    Die üblichen Antworten sind irgendwelche anfragen, für was (er denn zu haben zu sein scheint). Und auch dort endet meine Koketterie. Es kommt darauf an, welche Aussage hinter dem zweiten Schritt steckt, nachdem ich den ersten Schritt gemacht habe.

    Viele Menschen schreiben sich ewig hin und her und halten wenige Grenzen ein, erzählen sich vermutlich intime Geheimnisse oder prahlen mit falschen Wahrheiten, was es im Zweifelsfall zu einem Reinfall macht, sollte man sich denn tatsächlich treffen. [Alles andere wäre feige oder zu bequem.]

    Jemanden ansprechen, okay. Aber auch zu wissen, bald auszusteigen (aus dem Spiel) und sich persönlich treffen, ist besser zum kennenlernen und erstickt jedwede Gedanken/Vorstellungen/Hoffnungen, die alles verkomplizieren würden.

    Und auch, wenn es für beide unangenehm ist, sich so ganz “unspontan” zu treffen, liegt es doch sehr an den zwei Menschen selbst wie sie aufeinander reagieren und miteinander umgehen bzw. was man nun, da man sich kennt, daraus macht. [Ist das nicht die wahre Kunst: "mutig" zu sein?]

  4. on 17 Sep 2009 at 17:21 Robby

    Naja, Koketterie beinhaltet zumindest für mich etwas mehr. Und im realen Leben kann man auch (und um Längen besser) spielen. Nur bedeutet ein erfolgreiches virtuelles Verstehen nicht automatisch ein reales, von daher kann ich den eigentlich notwendigen Wechsel vollkommen verstehen und teilen. Sofern man denn will und einem das Geplänkel nicht reicht. Kommt eben immer drauf an, wie viel man sich mit dem anderen real vorstellen kann. Das hat nicht nur beziehungstechnische Relevanz, sondern allein schon freundschaftliche. Und entweder reicht beiden der unverbindliche, virtuelle Austausch, oder nicht. Falls nicht, muss man halt gucken, was man daraus macht. In die eine oder andere Richtung. Offenheit und Ehrlichkeit finde ich in jedem Falle aber wichtig, vor allem, wenn man gefragt wird oder “Gefahren” eindeutig sichtbar sind.

  5. on 18 Sep 2009 at 11:14 Kiko

    Und im Endeffekt soll es ja bei den meisten Treffen auch schon gar nicht mehr ums “Spielen” gehen. Zumindest ist ständiges gegenseitiges Necken nichts was ich langfristig reizt. Mich interessiert ja immer welche Geschichte hinter dem Auftreten meines Gegenübers steckt.

    Wenn die “reichhaltig” ist, der bekommt von mir Resonanz. Aber mal davon ab..ich habe herzlich wenig Probleme im Umgang mit potentiellen Partnern oder Freunden.

    Wie sagt man so schön: entweder es passt oder nicht. Man muss es nehmen wie es kommt. Man ist ja auch auf niemanden angewiesen, wenn nicht nur manchmal Gefühle mit im Spiel wären. Das verkompliziert immer alles, besonders wenn Frau nicht weiß, ob sie den ersten Schritt machen soll. Klopft denen mal auf den Hinterkopf, emanzipiert sein wollen, aber nicht verstehen, dass es auf den zweiten Schritt ankommt.

    Erstmal den Ball ins Rollen bringen, dann sieht man weiter. So geht’s.

  6. on 18 Sep 2009 at 11:17 Kiko

    Die sogenannte “anfängliche Hürde” ist etwas, dass ich schon immer erfolgreich ignoriert habe ^^

  7. on 18 Sep 2009 at 13:00 Robby

    Tja, ich finde Spielen sehr wichtig ;) Das heißt ja nicht, dass man den anderen nicht kennenlernt und auf gar keinen Fall, dass man sich etwas vorspielt. Aber man macht es eben etwas unterhaltsamer, als nur “die Fakten auszutauschen” ;)

    Nur ist es so, dass ein Umzug vom virtuellen Kontakt zum realen wie gesagt nicht immer klappt. Und wenn ich mir aussuchen kann, ob ich etwas virtuelle Unterhaltung habe oder aber aufgrund realer Inkompatibilität mir das Ding selbst torpediere… ;) Zumal ja erstmal reales Interesse vorhanden sein muss.

    Wie gesagt, ich kann deine Meinung vollkommen verstehen. Nur kommt es eben auf die Person drauf an, ob man bereit ist das auf eine andere Ebene zu riskieren. Zumal es unschön ist, wenn man die Dame dann komplett abblitzen lassen muss. So waren zumindest meine bisherigen Erfahrungen in die Richtung. Nun ja :D

  8. [...] der hier, fürs Kennenlernen arg ungeeignete, erwähnten Frage “Wie geht’s dir?”, [...]


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