Feed on
Posts
Comments

Pull me away

Das mit der emotionalen Nähe ist immer so eine Sache, vergleichbar mit zwei Magneten. Diese ziehen sich zuerst an, dann aus und hängen miteinander zusammen. Doch gerade diese Verbindung führt zu der Gefahr, dass einer der Magnetkörper sich umpolt und dadurch für Abstoßung sorgt. Bildlich dargestellt würde der eine von dem anderen angezogen werden, der andere bei einer entsprechende Nähe umgepolt und weggestoßen werden, nur um im Anschluss daran den einen wieder anzuziehen etc.

Von jemandem im Inneren berührt zu werden, hat nicht nur gute Seiten. Sie meinte gestern, sie hätte den Eindruck ich wolle nicht glücklich sein, würde es mir nicht erlauben – irgendwie so in dem Dreh. Weil ich in alten, bekannten Mustern verharren, in Selbstmitleid und Melancholie untergehen und meine Gedanken darüber in die Welt hinaus bloggen könnte *lach* Diese Reflektion war gut und zu einem gewissen Grad mit Sicherheit auch zutreffend. Doch geht es weniger darum sich vor dem Glück zu verschließen als viel mehr vor dem Leid. Und das kommt im Schatten des Glücks mit herein, sobald du die Tür aufmachst. Nur sind wohl viele geblendet – oder ich schaue zu sehr in die Dunkelheit.

Fakt ist, mit der – ich hasse dieses Wort – Liebe respektive dem, was mit dem Gefühl von damals heute noch vergleichbar ist1, kommt auch die Angst. Die Angst davor zu verletzen, die Angst davor verletzt zu werden, die Angst davor etwas zu verpassen/sich etwas zu verbauen2, die Angst sich nicht selbst zu finden. Die Berührungen auf der Haut, deren Spuren von einer Sekunde auf die nächste in Flammen aufgehen oder Wunden aufreißen könnten. Und ein verbranntes Kind…

Je näher man andere Menschen an sich heran lässt, desto größer ist die potentielle Zerstörung. Und wenn es einem einmal den innersten Kern zersprengt hat, der sich daraufhin wieder fragmentarisch zusammengesetzt hat, kann man ein zweites Mal gerne drauf verzichten.3 Und die dadurch verlorene Naivität, so dass ich mich blind und geblendet auf immer und ewig verlieben könnte, ist noch nicht wieder zurückgekehrt.

Wie dem auch sei: Risiken sind dafür da, dass man sie eingeht. Vorsichtig und schrittweise. Aber ohne Bewegung käme man nicht vorwärts, würde man sich nicht weiterentwickeln. Das schützt nicht vor (weiteren) Verletzungen, Schmerz und Leid, aber ist eben der Preis. Ein Preis, den man vielleicht auch gar nicht zahlen muss.

Die eigene Wahrnehmung, das, was man daraus macht, ist entscheidend. Ich werde sehen, dass ich meine Augen von den Schatten weg auf das Glück richte, das in meiner Tür steht und Spuren hinterlässt. Für welche Zeit und mit welchen Abdrücken auch immer. Den Fokus weg von dem, was sein und passieren kann, hin zu dem, was ist. Nicht das Verdrängen, aber das Verschieben der Schattenseiten. Blick auf das Strahlen, das einem entgegen blickt. Keine blinde Naivität, aber zumindest ein Schritt – vorwärts – in diese Richtung.

Das habe ich mir vorgenommen. Und wenn der Schatten zu groß wird, mache ich einfach überall im Raum das Licht an.4 Und sollte er sich irgendwann manifestieren, kann ich dann immer noch vor Angst erzittern und leiden. Kein Grund dies vorher zu tun.

Robby, trust and focus the light

  1. Siehe auch den absolut treffenden Blogeintrag von sven e.. []
  2. Was man mit jeder Entscheidung seines Lebens auf eine Art und Weise macht. []
  3. Im Zusammenhang von “Veronica Mars” stieß ich auf diesen, zu der Thematik durchaus passenden Blogeintrag. Die Qualität ist bitte zu entschuldigen, das war vor zweieinhalb Jahren. []
  4. ;) []

Ähnliche Beiträge

2 Responses to “Pull me away”

  1. on 15 Okt 2009 at 19:58 Schaf

    Hm… war denn das – die letzten zwei (?!) Jahre – keine Liebe?! Was war es dann? Hattest du da auch solch’ Angst. Und wenn nicht, warum hast du sie jetzt. Nach 2005 hast du doch keine all zu schlechten Erfahrungen mehr gemacht?!

  2. on 16 Okt 2009 at 00:12 Robby

    Anderthalb. Und geh mir bitte weg mit dem Begriff Liebe, auf den reagier ich allergisch. Es war eine andere Form, ein Versuch. Mit mitunter ähnlichen Sorgen.

    Die Sache ist eben die: Je mehr Erfahrungen man sammelt, um so mehr Problemfelder tun sich auf. Ich habe aus jeder meiner “Frauengeschichten” jedweder Couleur gelernt. Und somit gilt es eigentlich von Frau zu Frau auf viel mehr zu achten, was es aber gewissermaßen unmöglich und ggf. kaputt macht.

    Und wenn man einmal die richtige Erfahrung gemacht hat, braucht man sie nicht immer wieder auffrischen oder erneuern. So etwas bleibt hängen. Ob man will oder nicht.


Deprecated: Function set_magic_quotes_runtime() is deprecated in /www/htdocs/w006740d/blog/counter/counter.php on line 61

Deprecated: mysql_escape_string(): This function is deprecated; use mysql_real_escape_string() instead. in /www/htdocs/w006740d/blog/counter/includes/mysql.class.php on line 165

Deprecated: mysql_escape_string(): This function is deprecated; use mysql_real_escape_string() instead. in /www/htdocs/w006740d/blog/counter/includes/mysql.class.php on line 165

Deprecated: mysql_escape_string(): This function is deprecated; use mysql_real_escape_string() instead. in /www/htdocs/w006740d/blog/counter/includes/mysql.class.php on line 165

Deprecated: mysql_escape_string(): This function is deprecated; use mysql_real_escape_string() instead. in /www/htdocs/w006740d/blog/counter/includes/mysql.class.php on line 165

Deprecated: mysql_escape_string(): This function is deprecated; use mysql_real_escape_string() instead. in /www/htdocs/w006740d/blog/counter/includes/mysql.class.php on line 165

Deprecated: Function set_magic_quotes_runtime() is deprecated in /www/htdocs/w006740d/blog/counter/counter.php on line 1795

kostenloser Counter

Creative Commons License Amazon Partnerprogramm