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Das Leben in einfach

Eigentlich sind die folgenden Informationen mit Sicherheit Unsummen von Geld wert. Aber erstens teile ich gerne, selbst wenn die Gefahr besteht, dass Leute beteiligt werden, die es nicht verdienen1. Zweitens besteht zwischen Wissen und (erfolgreicher) Anwendung ein großer Unterschied, implizieren sie sich nicht gegenseitig. Und drittens liest hier nur ein brüchiger Bruchteil der Menschheit, so dass es später noch genug Personen gibt, denen man derartiges Wissen für teures Geld verkaufen kann.

Dass das Leben einfacher wird, wenn man es und auch sich selbst nicht als übertrieben wichtig wahrnimmt, werden einige vielleicht schon mal gehört oder auch selbst erlebt haben. Mit einem Schulterzucken erreicht man aber nicht, was man möchte oder will. Dafür braucht es aber auch keine großen und verschachtelten Künste, sondern nur die Berücksichtigung zweier Dinge.

1. Erzähle nicht alles.
2.

Spaß beiseite.2 Im Grunde gilt es nur zwei Dinge zu berücksichtigen, was es nicht unbedingt einfacher macht: Autonomie und Sicherheit.

Irgendwann in meinem Leben habe ich für mich festgestellt gehabt, dass es darum geht, auch wenn ich es eher Spiel und Sicherheit nannte und nenne. Namen dafür gibt es viele, im Kern dreht sich aber alles um die scheinbare Unvereinbarkeit zwischen Freiheit und Verbundenheit. Beide Pole gilt es zu erfüllen, wobei dies einen dynamischen Anpassungsprozess erfordert, da er gleichzeitig nie erreicht werden kann. Außer im vorgeburtlichen Zustand.3

So gilt es einfach herauszufinden, was der andere braucht und es ihm zu geben. Sofern man das will und in der Lage dazu ist. Auch hier ein großer Unterschied. Wissen alleine führt nicht zur Erfüllung. Aber es hilft ungemein. Und im Endeffekt geht es nur darum. Zumindest bei den wichtigen Fragen des Lebens.

  • Die meisten Menschen wollen einen sicheren Arbeitsplatz, gleichzeitig aber freien Entscheidungsspielraum und die Möglichkeit Verantwortung für ihr eigenes Handeln übernehmen.
  • Menschen wollen sich selbst entfalten, gleichzeitig aber auch an ein soziales System gebunden sein.
  • Eltern möchten, dass ihre Kinder flügge werden, gleichzeitig am liebsten zu Hause behalten. Und umgekehrt. Abnabeln ohne komplett die Bindung zu verlieren.
  • Menschen wünschen sich eine Beziehung, möchten gleichzeitig aber auch nicht eingeengt und kontrolliert werden.
  • etc. pp.

Natürlich variiert das Bedürfnis des Einzelnen auf dieser Skala, vielleicht sogar je nach Bereich, wobei ich das als eher unwahrscheinlich erachten würde. Dennoch ist es, trotz unterschiedlicher Vorzüge und Präferenzen, kein entweder-oder, sondern ein sowohl-als-auch. Mal das Bedürfnis nach mehr Sicherheit, mal nach mehr Autonomie.

Eine Affäre ist wohl das Paradespiel für die Kompensation einer einseitigen Befriedigung. Man hat die Sicherheit der Beziehung, die man sich anfangs vielleicht auch gewünscht und gesucht hat, aber auf Dauer ist sicher auch oft langweilig. Kein Reiz, keine Unsicherheit, keine Spannung, kein Kitzel. Das ist auch das Problem der netten Typen. Zu sicher – und damit zu reizlos. Eine Affäre befriedigt genau diesen Missstand: Es ist neuartig, verboten, aufregend, geheim, autonom und frei. Je nach individueller Motivation, versteht sich.4
Im Gegensatz dazu wird reiner, freier Sex – oder nennen wir es Intimität – womöglich auch nicht reichen. Zu unsicher. In “keinohrhasen” gab es doch die Aussage, dass Frauen einem spätestens nach dem dritten Mal fest binden wollen?! Und niemand lebt gerne in ständiger Unsicherheit. Oder sagen wir: Ich kann mir das (für mich) nicht vorstellen. Ein derartiges Extrem führt möglicherweise dazu, dass die Frauen wegen dieser Arschlochtypen zu den netten Typen gehen und sich ausweinen. Da können sie das tun, da sind sie sicher. Wobei das dann auch nicht das Wahre ist und man sich blind dem nächsten Arschloch um den Hals wirft, nur um dann… naja, wir alle kennen die Geschichte.

Bitte nicht falsch verstehen. Es gibt mit Sicherheit Männer wie Frauen, die eine wärmend-lähmende Beziehung brauchen oder nur mit ungebundenen Fickbeziehungen durchs Leben kommen. Und trotz meiner wertenden Formulierungen ist oder kann das für diese Menschen okay sein. Nur sind die meisten Menschen wohl irgendwo dazwischen.

Und gerade das Dazwischen macht es mitunter so schwer. Denn dazwischen ist nicht gleich dazwischen, das heutige Dazwischen muss nicht gleich dem gestrigen und auch nicht dem morgigen sein und diese Dynamik individuell wie gemeinsam für beide Seiten befriedigend auszubalancieren, ist wirklich eine Kunst, die stetiger Übung bedarf. Nicht in der Form, dass man ständig darauf achten müsste, aber zumindest latent darum weiß. Denn das ermöglicht einen wesentlich besseren Umgang miteinander, wenn man zielgerichtet die Bedürfnisse des Gegenübers befriedigen kann.

Trotz der Einfachheit also doch nicht unbedingt so einfach. Aber dennoch eine absolut wertvolle Betrachtungsweise. Vor allem in Momenten und Situationen, die nicht business as usual laufen. Zum Schluss geht es immer um einen der beiden Pole.

Robby, Freiluftgehege statt Käfig

  1. Menschen, die sich von offenen Quellen alles rausziehen, aber selbst nicht bereit sind, anderen etwas frei zu geben. []
  2. In Anlehnung an das durchaus zutreffende Sprichwort: “Zwei Regeln für Erfolg im Leben: erzähle nicht alles.” []
  3. Und der Liebe, habe ich mir sagen lassen. Beziehungsweise fiel die Aussage im Rahmen eines Seminars. []
  4. Zumindest verstören mich in der Hinsicht gerade Ongo-Bongo-Alpha-Males, die fast zwanghaft alles knistern, was Brüste hat und nicht bei drei auf den Bäumen ist. []

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2 Responses to “Das Leben in einfach”

  1. on 07 Dez 2009 at 22:02 Schaf

    Mir ist noch nicht ganz klar, warum das nun so viel Geld wert sein soll…?!

    “Dass das Leben einfacher wird, wenn man es und auch sich selbst nicht als übertrieben wichtig wahrnimmt [...]”

    Das erinnert mich sehr an ein Interview mit Nora Tschirner, das ich heute gelesen habe:

    “Ich habe einen so minimalen Anspruch an das Leben, dass ich dauernd glücklich bin, ganz unabhängig von der Situation, jede Sekunde neu. Selbst wenn ich traurig bin, bin ich glücklich, am Leben zu sein [...] indem man mehr über das Leben staunt, als immer alles zu bewerten. Mir könnten sicher schreckliche Dinge passieren, aber solange jemand meine Gefühlswelt nicht abstellen kann, glaube ich, dass ich glücklich bleibe”

  2. on 07 Dez 2009 at 22:07 Robby

    Weil Menschen für die alltäglichsten Weisheiten Unmengen viel Geld auf den Tisch legen? Und weil der Fokus auf Autonomie und Bindung so ziemlich jede Situation “problemlos” lösen lässt. Oder eben zum Eskalieren bringt. Wenn man sich die Bedürfnisse von Menschen vor dem Hintergrund anschaut, lässt sich verständnisvoll auf den anderen eingehen. Und das ist doch, was wir Menschen (meiner Meinung nach) wollen: Verständnis.


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