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Empathischer Eindringling

Letzte Woche, Teilnahme an einer Supervisionsrunde. Ich bringe mich wieder mit ein – und treffe mehrfach ins Schwarze. “Da habe ich mich richtig verstanden gefühlt.” lautet ihre Aussage, nachdem ich zuvor in ihre Worte getaucht bin. Das kann ich scheinbar ganz gut, identifizieren, Unsichtbares sichtbar machen.1

Mir ist dann aufgefallen, dass die daraus resultierende Verarbeitung bei ihr auf mich überspringt. Die Crux der Empathie, dass man auch Sachen (mit)fühlt, auf die man verzichten kann. Beziehungsweise die Tatsache dass, wenn man jemand anderen berührt auch selbst berührt wird. Ohne geht es nicht. Natürlich kann man jemandem mit einem Holzast ins Auge pieksen, aber das würde ich nicht als Berührung bezeichnen.

Mein – wenn man es so nennen will – Problem ist, dass ich mit Berührung nicht umgehen kann. Ich verweise auf die Metapher mit dem Reh. Hinzu kam im Rahmen eines inhaltlichen Gesprächs am Anfang des Praktikums die unbeantwortete Frage meines Chefs, wer mich berühren darf.2

“Niemand.” war mein erster geistiger Impuls – und ist eigentlich ziemlich traurig. “Ich mich selbst.” kam dann im Zuge der Reflektion, was im Endeffekt nicht mehr als “Niemand anderes (außer mir selbst).” ist. Mit einem vorsichtigen Schritt kam ich zu “Menschen, denen ich vertraue.”, wobei ich jetzt beim Schreiben bedingungslos für unumgänglich halte. Und die Schwelle dort hin ist ziemlich hoch. Für Interessante oder interessante Interessierte gibt es zwar einen (massiven) Vertrauensvorschuss, aber auch der kann verfallen oder verzockt werden.

Bleibt die Sensibilität, die wiederum dazu führt, dass ich bei emotionalem Overload entweder spannungsgeladen explodiere und/oder mich von der gesamten Welt abkapsel, um wieder meiner selbst zu werden. So sehr ich andere an ihrer Seele berühre, so wenig kann ich es selbst haben. Und da ich mich durch das Berühren anderer auch (und vorwiegend) selbst berühre3, muss ich aufpassen, dass ich mich nicht selbst überlaste. Und wenn, ich dann niemanden zersprenge.

Für den professionellen Kontext heißt das Sicherungen einbauen und Freiräume schaffen.

Robby, für den privaten auch4

  1. Alles andere wäre ja auch schlimm für jemanden wie mich. Wie sollte ich die Bedürfnisse anderer befriedigen, wenn ich sie nicht mal erkennen würde?! []
  2. Emotional, nicht körperlich, ihr Spacken! :D []
  3. Ich meine, wieso sollte ich es sonst tun?! []
  4. Nicht, dass es die nicht schon gäbe, aber die Erfahrung hat das noch mal bewusst gemacht. []

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