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Es darauf ankommen lassen

Ein gewagter Schritt. Aber wer nicht wagt, der nicht gewinnt auch nicht. Oder zumindest nur selten und durch das Zutun anderer. Wer beim Pokern immer nur auf Sicherheit spielt, fliegt früher oder später raus.1 Wer etwas einsetzt, riskiert etwas zu verlieren. So ist das Spiel.

Dementsprechend sitze ich jetzt im Zug. Kein „zu Kreuze kriechen“, kein “Ich wusste ja, dass du noch mal vorbei kommst.“-Satz. Klar, das liegt in meiner Natur. Bloß ja wieder versöhnen, da ich ja sonst (die Angst davor habe) verstoßen (zu) werde(n), nur weil es mal nicht so läuft wie die Gegenseite es erwartet hat. Es nicht so läuft wie sonst. Dass man nicht nur das kriegt, was man will, sondern auch eigene Bedürfnisse in den Raum gestellt werden. Ist ja auch unerhört, dass jemand wie ich derartiges hat, äußert und verteidigt. Das Aufschieben und/oder Ignorieren irgendwann ein Ende hat. Wie komme ich auch dazu, die Befriedigung meiner Interessen in den Raum zu stellen?

Wie gesagt: Statt – wie sonst – wieder angekrochen zu kommen, scheiß ich drauf. Innerlich erfüllt mich das zweifelsohne mit etwas Unbehagen, äußerlich ist es notwendig. Alles andere würde nichts ändern. Nicht, dass es das jetzt unbedingt tun muss – und wenn, muss es nicht unbedingt zu meinen Gunsten sein -, aber das gilt es in Kauf zu nehmen. Und würde mehr als genug sagen. Nur bin ich nicht auf der Welt um anderen nur zu Diensten zu sein. Nicht mehr.

Dass das zu – Verwunderungen, Verstörungen, Problemen führt, keine Frage. Wer jeden Tag kostenlos einen Keks bekommt und plötzlich erfährt, dass er in Zukunft dafür einen Euro2 bezahlen soll, wird – vollkommen verständlich – erst einmal erbost darauf reagieren: “Wieso soll ich denn auf einmal für die Kekse zahlen, wenn ich sie bisher auch kostenlos bekommen habe? Sei doch froh, dass ich sie überhaupt annehme. 3, wer würde deine dummen Kekse sonst schon haben wollen?“ Und der Satz sticht – bei mir – in eine Wunde. Zu Unrecht, aber er tut es. Jeder vernünftige Mensch würde darauf entgegnen, dass nichts umsonst ist und eine gesunde Beziehung von einem gegenseitigen Geben und Nehmen lebt. Ich hingegen würde zusammenzucken und sagen “Entschuldige, du hast ja recht. Wie konnte ich nur so anmaßend sein und etwas für mich einfordern, wo ich doch froh sein kann, dass sich überhaupt jemand für meine Kekse interessiert.“.

Zu Krümelzeiten mag das vielleicht auch gestimmt haben. Im Kekszeitalter, wo wir schon fast bei Cookies mit Schokostückchen sind, ist das vollkommen unangebracht und überflüssig. Eigentlich. Aber die Krümelreaktion bleibt irgendwie an einem kleben.

Wenn man Glück hat, bekommt man vielleicht gesagt: “Du kannst das Geld haben, aber du musst es dir selbst nehmen.“ Das ist ein Schritt in die richtige Richtung. Aber wenn man eine derartige – ich nenne es mal – Unterwürfigkeit gelernt hat, nimmt man sich das (Geld) nicht einfach heraus. Zudem stellt sich einem die Frage, ob die Kekse das wirklich wert sind/man sich das erlauben kann, der andere nicht plötzlich trotzdem sauer wird und zu schimpfen anfängt und die innere Barriere entgegen, dass man ihm ja auch nichts antun will was er nicht möchte.4

Nicht zuletzt ist es, selbst wenn man lernwillig und –fähig ist, ungeheuer anstrengend. Ich meine, man verteilt fleißig Kekse und soll dann auch noch das Geld einsammeln? Manchmal möchte man auch einfach nur bekommen.5 Auch ohne ständig Kekse zu verteilen.

Robby, unsicher und herzzerreißend, aber notwendig67

  1. Ich selbst bin damit teilweise schon recht weit gekommen, habe aber auch oft genug die Karten zu früh geworfen. []
  2. Kann auch ein Apfel sein. Geht weder um Geld noch Greifbares an sich. []
  3. In der härteren Version: “Sei doch froh, dass du sie mir überhaupt geben darfst.“ []
  4. “Lieber Unrecht erleiden als Unrecht tun.“ – Satz aus dem Ethikunterricht, oder so. []
  5. Und ich tue mir damit auch heute noch schwer genug. []
  6. Mehr und mehr. []
  7. Damit zusammenhängende Einträge sind “Kippschalter” und “Mustergefängnis”. []

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2 Responses to “Es darauf ankommen lassen”

  1. on 23 Jul 2010 at 15:42 Schaf

    & nun noch mal im Klartext?

  2. on 23 Jul 2010 at 17:21 Robby

    Stress mit Freundin da ich meine Bedürfnisse über einen längeren Zeitraum und trotz Hinweis darauf nicht befriedigt gesehen/bekommen habe. Hatte zur Folge, dass unser Abschied weniger ein Abschied war, sondern ich (aber hey, ich habe mich verabschiedet!) quasi einfach gegangen bin. Jedenfalls ohne (nochmal…) darüber zu reden. Und ich dann – nach meinem Termin – nicht zu ihr zurück (um nochmal darüber zu reden…) gegangen bin, sondern mich in den Zug gesetzt habe und nach Hause gefahren bin.

    Klar genug? :D


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