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X12 Vorweg: Ich verstehe und benutze “richtig” nicht im Sinne von “richtig” und “falsch”, sondern von “passend”. Unter “passend” verstehe ich “der Situation am angemessensten/funktionalsten”.

Hin und wieder öffnet das Leben Entscheidungsfenster. Sogesehen ständig, aber manche sind subjektiv bedeutsamer, relevanter und entscheidender als andere. Dabei kommt es mitunter vor, dass ich weiß, was ich tun müsste, aber es dennoch nicht tue. Ich durchschaue die Situation, sage mir “Junge, eigentlich musst du jetzt dieses oder jenes tun, wenn du es rumreißen [verändern] willst.” und tue es dennoch nicht. Stehe innerlich daneben und lache über mich und die Ironie des Schicksals. Sehe die Welt untergehen und kann dennoch nichts dagegen tun. Kassandra-Komplex.

Systemisch gesehen lässt sich sagen: “Ich habe [allem Anschein nach] gute Gründe dafür es trotz des Wissens nicht zu tun.” Der einzige, der mir spontan dazu einfällt – ohne zu sehr nach Nostradamus klingen zu wollen – ist, dass mein Innerstes davon ausgeht, dass eine andere Handlung “das Universum aus dem Gleichgewicht bringen würde”. [Nicht, dass ich glauben würde die Existenz des Universums würde von mir und meinen Entscheidungen abhängen. Ein Bruchteil dessen mit Sicherheit (Wobei "Abhängigkeit" im Sinne von "Wechselwirkung" zu verstehen ist.), aber inwieweit der relevant ist... anyway.]

Und das scheint – zumindest auf den (meinen) ersten Blick – im Widerspruch zu stehen mit dem NLP-Axiom

Menschen treffen – innerhalb ihres Modells der Welt – zu jedem Zeitpunkt, die beste, ihnen mögliche Wahl aus den ihnen zur Verfügung stehenden Möglichkeiten und mit denen ihnen zur Verfügung stehenden Informationen.

(Quelle: nlpedia)

Denn bei vielen der beschrieben Konstellationen [Die insgesamt recht überschaubar sind.] wären andere Entscheidungen aus meiner (bewussten) Sicht (schon während des Geschehens) besser (im Sinne von zielführender/funktionaler/”passender”) gewesen.

Setze ich das alles zueinander in Bezug – und ich kann nur spekulieren -, so geht mein Körper, Organsimus, mein Unterbewusstsein, ich allem Anschein nach davon aus, dass eine situativ “richtige” Handlung langfristig, beziehungsweise “am Ende”, zum falschen Ergebnis führen würde. Was die eigentlich passende Handlung wiederum unpassend werden lässt und die unpassende passend. Weil sich – “am Ende” – alles ineinander fügt und erklärt. [Wobei das wohl nur eine menschliche Hoffnung und Illusion ist. /Zynismus]

Und das macht die als “situativ falsch” (unpassend) wahrgenommene (aber doch getätigte) Entscheidung doch zur “situativ richtigen” (passend). [Weird, gewissermaßen paradox. Aber interessant und spannend.]

Hmm.

Nachtrag: Großartig. Manchmal bin ich von dem Ineinandergehen diverser Schritte und Entscheidungen absolut begeistert.

  1. Von anderswo zu persönlichen Archivierungszwecken kopiert. Und in der Hoffnung, es würde etwas ändern *hehe* []
  2. Eckige Klammern sind Ausdruck von metakommunikativen Gedanken/Ausführungen. []

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5 Responses to “Das Richtige wissen vs. Das Richtige tun”

  1. on 28 Mrz 2011 at 22:18 Ingo

    Die von dir beschriebenen Situationen kenne ich auch gut aus eigener Erfahrung.

    Eine rational noch so sorgfältig abgewogene Entscheidung macht sie dadurch noch nicht automatisch “richtig”. Andererseits bin ich selbst oft davon fasziniert, dass sich eine intuitiv getroffene Entscheidung (allerdings oft erst im Nachhinein) durchaus als “richtig” – oder auch “passend” – herausstellen mag, selbst wenn der Verstand einem eher zum Gegenteil geraten hätte.

    Vielleicht liegt es ja daran, dass wir mit Hilfe unserer Intuition (unbewusst) dazu in der Lage sind, auch Zusammenhänge (räumlicher, zeitlicher oder sozialer Dimension) zu erkennen, die weit über unsere individuell eingegrenzte Sichtweise des logisch arbeitenden Verstandes hinaus gehen. Womöglich stimmen wir unser Denken, Fühlen und Handeln, ohne dass wir uns dessen bewusst wären, parallel mit einer Art “transpersonalen Netzwerks” ab, das uns wiederum stetig mit Informationen aus dieser Metaebene versorgt und uns unsere Entscheidungen aus dieser Perspektive immer wieder aktualisieren und neu bewerten lässt. Somit kann es manchmal durchaus zu einer inneren Diskrepanz kommen, die rein rational betrachtet eher widersinnig oder kontraproduktiv erscheint.

    Jedenfalls wäre das eine mögliche Erklärung für manche spontan “richtig” getroffene Entscheidung wider “besseren” Wissens.
    (Im Übrigen könnte dieses Theoriemodell auch erklären, warum eine Handlung im Ergebnis manchmal nur deshalb scheitert, weil man eine rational “richtige” Entscheidung einfach zum “falschen” Zeitpunkt getroffen hat. Denn auch die Zeit scheint offenbar ihre “eigene” Logik zu haben.)

  2. on 29 Mrz 2011 at 00:02 Robby

    Nein, es geht dabei nicht um Intuition. Wenn ich intuitiv handel, passt das alles. Problematisch wird es, wenn ich (intuitiv) weiß, wie ich (anders) handeln müsste (um potentiellerweise einen anderen Verlauf zu bewirken), dieser andere Verlauf allem Anschein aber “vom Universum” nicht gewünscht ist.

    Wenn ich mir sage “Junge, du musst etwas anderes tun (und haargenau weiß, was).”, aber es nicht tue. Nicht tun kann. Das ist sehr, sehr weird. Vor allem in emotional hochgradig bedeutsamen Situationen. Aber hey, es hat ja auch seine Gründe, warum wir immer noch nicht telefoniert haben *fg*

    Doch sind die Gründe egal: Es ist, wie es ist.

  3. on 09 Apr 2011 at 17:07 queen of maybe

    koennte es nicht auch einfach an simpler faulheit liegen, dass man den arsch in diesen situationen nicht hoch bekommt?

    (manchmal fuehlt es sich an, als ersticke man an den vielen moeglichen folgen fuer ein handeln. laehmung, angesichts der auswirkungen, also.)

  4. on 10 Apr 2011 at 17:28 Robby

    Nun ja, da es in besagten Fällen um emotionale Ausnahmszustände geht/ging, sehe ich es eher als Schwäche und Unfähigkeit, vielleicht eine unbewusste Angst trotz einer Änderung nichts zu ändern, denn Faulheit. Und Faulheit ist wohl nur auf den ersten Blick so simpel, wie es scheint ;)

  5. on 30 Apr 2011 at 06:09 Mia

    Es könnte sein, dass ich verstehe was du meinst, denn diese Gedanken kommen mir sehr bekannt vor. Dieses Wissen, dass eine Entscheidung doch eigentlich vernünftig wäre und weniger Probleme im Umfeld mit sich bringen würde, aber dieses trotz allem Nicht-Tuns. Einfach aus diesem tiefen Wiederwillen, weil ich dann denke, dass sich alles, wenn ich diese vernünftige Entscheidung in die Tat umsetze, falsch, merkwürdig anfühlen muss, die Welt schief wird.
    Sehr schwierig zu erklären, ohne dass das Gefühl entsteht man rede von etwad ganz anderem. Denn ich spreche hier von ganz kleinen Gesten, wie den Mantel aufzuhängen oder in einem bestimmten Moment meine Hausaufgaben zu machen.
    Wahrscheinlich wieder vorbei an dem, was du meinst.


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