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Eigentlich müsste ich meinen Spieltrieb und diese Affinität zu Mittelalter und guten Geschichten verdammen. Denn das führt dazu, dass mich dazu passende Rollenspiele im Handumdrehen in den Bann ziehen. Vor allem, wenn sie von Bioware stammen und mit Persönlichkeiten aufzuwarten wissen.

“Dragon Age: Origins” läuft perfekt und lief schon viel zu lange. Aber es zieht sich einfach durch: hier Ostragar verteidigt, dort den Zirkel der Magi befreit, danach Redcliffe beschützt und die Königsfamilie gerettet. Und fast ausnahmslos in ritterlicher Manier, so dass ich es mir mit dem coolsten Charakter in dem Spiel – Morrigan – regelmäßig verscherze. Doch werde ich, irgendwann einmal, versuchen einen menschenverachtenden Magier zu spielen, den ich im Verlauf zum arkanen Krieger aufrüste und jedem ordentlich auf die Fresse zimmere. Keine Güte, keine Nachsicht, keine Gnade – außer meine liebste Morrigan wünscht es.1

Solche Spiele wecken das Feuer für “alte Zeiten”, auch wenn das Mittelalter wohl leider kaum so war. Dennoch hat es unendlich viel Stil, wenn ein Pfeilregen vom Himmel fällt und sich anschließend die Fronten ineinander verfangen. Unterlegt mit Dramatik und epischer Musik.

Tolles Spiel, tolle Charaktere, toll Story. Und allein die Tatsache, dass – wie auch in anderen Bioware-Spielen – wieder Lesbenaction möglich ist und nach dem, was ich gelesen habe sogar Dreier und Vierer: EPIC. Alistair ist für ein Geplänkel im Zelt nämlich zu lieb und anständig.

Robby, as well

  1. Ich habe das schon mal bei “Knights of the old Republic” versucht und bin damals gnadenlos gescheitert. Ich konnte einfach nicht böse, egoistisch und rücksichtslos sein. Schlimm genug, dass ich vergessen hatte die Tochter des Schmieds in Redcliffe zu retten… []

Fremdgehen – Nichtgesehenes

Irgendwann schrieb ich mit Sicherheit, dass Fremdgehen ja nicht gleich Fremdgehen ist und der Grund des Handelns mindestens einen Unterschied für einen selbst macht. Wo ich die Ansicht vertrat, dass die Befriedigung des anderen erstens etwas anderes ist als triebgesteuerte Notgeilheit und zweitens nicht mit Verletzenwollen o.ä. des eigenen Partners einhergehen. In der letzten Zeit fand ich zu der Thematik einige neue Impulse.

Ich glaube, das Entscheidende beim Fremdgehen ist nicht einmal der Sex. Zumindest kam ich zu dem Schluss, als ich mir lebhaft eine Szene ausmalte, in der meine Freundin mich betrügt. Das war alles andere als angenehm, weit davon entfernt, ehrlich gesagt zum Kotzen. Der Grund: Ich war in der Situation vollkommen unbeachtet, irrelevant. Quasi nicht-existent.

Nun ist es unumgänglich, dass man nicht ständig im Aufmerksamkeitsfokus des Anderen steht. So etwas wäre vielleicht schön, gleichzeitig aber für das Verfolgen anderer Ziele, beispielsweise beruflicher Natur, absolut hinderlich und kontraproduktiv. Aber wir können uns zumindest die Illusion machen, dass andere “ständig” an uns denken, mit uns verbunden sind und derlei Dinge. Selbst, wenn weder sie noch wir es tun. Wichtig ist nicht, was ist, sondern was man wahrnimmt und glaubt. Das “betrogen werden” bedroht diesen Glauben allerdings massivst, zerpflückt ihn regelrecht in der Luft. Es ist die Manifestation des Satzes “Du bist mir scheiß egal und ich denke nicht an dich.”, was im Alltag notwendig ist, in dieser Greifbarkeit aber einfach nur zerstörerisch wirkt. Kann man sonst derartigen Gedanken und Ängsten ausweichen, ist der Akt des Fremdgehens der auf einen zurasende Vorschlaghammer, der einen mitten in die Fresse trifft. Es erzeugt eine Diskrepanz. Auf der einen Seite steht “Du bist mir unheimlich wichtig.”, auf der anderen “Ich dir scheinbar nicht.”. Keine ausgeglichene Konstellation.

Menschen scheinen damit ein Problem zu haben. Zumindest habe ich das, derart anfällig wie ich für (Nicht-)Aufmerksamkeit in mir wichtigen Beziehungen bin. Da braucht es kein Fremdgehen, dafür gibt es genug andere empfindliche Stellen und Interpretationsmuster. “Es geht nicht immer nur um dich.” ist darauf eine durchaus gerechtfertigte Reaktion, die es aber nicht besser macht. Damit besser umzugehen… well, work in progress.

Stellt sich die Frage, inwieweit der Einbezug des Partners daran etwas ändern kann. Zum Beispiel denke ich, dass (funktionierende) sexuell offene Beziehungen oder gemeinsame Swingerclubbesuche ein tiefstes Vertrauen, Verständnis und Loyalität einander gegenüber bedingen. Nicht, dass ich damit zu meinem jetzigen Entwicklungsstand umgehen könnte, aber wenn eine Partnerschaft eine derartigen Freiheitsgrad erreicht, würde ich sie fast als unkaputtbar ansehen. Unabhängig davon, ob man die gegebenen Möglichkeiten dann nutzt oder nicht.
Ich hatte jedenfalls mal einen Traum, in dem eine Frau mit mir schlafen wollte, es extremst darauf angelegt hat und ich zu ihr meinte, sie solle meine Freundin fragen. Ich glaube, sollten derartige Angebote im realen Leben auftauchen und ich nicht von mir aus eine klare Grenze ziehen können, würde ich genau dieses Reaktionsmuster an den Tag legen: “Hier ist mein Handy, frag meine Freundin, ob du mit mir schlafen darfst.”

Hmm, ich glaube, damit würde ich es mir ziemlich leicht machen. Aber ein klares “Ja.” oder “Nein.” würden dann (für alle) die Spielregeln klarmachen. Wer weiß, vielleicht gibt es ja gute Gründe, warum eine Frau eine andere Frau mit ihrem Freund schlafen lässt.1 Das per se auszuschließen… fragen kann man ja. Und das alleine zeugt in meinen Augen von Vertrauen. Wenn man sich dann an das wahrscheinliche “Nein.” hält, sehe ich darin kein Problem. Selbst, wenn es immer ein “Nein.” ist.2 Wobei Voraussetzung dafür erst einmal Angebote sind, die auch die eigene Nachfrage bedienen. Aufgrund meines hohen Anspruchs ist das Eintreten einer solchen Situation demnach nahezu ausgeschlossen. Bei den meisten Frauen reicht es mir, wenn ich ihnen ein wenig den Kopf verdrehe. Mit ihnen danach ins Bett zu gehen, ist nicht unbedingt nötig.

Naja, wie dem auch sein. Beziehungen zwischen Menschen sind und bleiben ein interessantes Thema. Ich bin gespannt, welche Verläufe sich in meinem Leben in der Hinsicht noch öffnen. Eine Mischung aus Angst und Vorfreude, aber gerade derartige Ambivalenzen machen ja das Leben aus.

Robby, all eyes on

  1. Geht ja nicht unbedingt um dauerhaft, mehrfach oder kontinuierlich. Einmalige Sachen sind mitunter ja auch mehr als genug ;) []
  2. Was ich mehr als verstehen könnte und im umgekehrten Fall wohl nicht im Ansatz anders wäre. []

Last Minute Boy

Das Problem an meinem Grenzgängertum bei Zeitplänen ist Unvorhersehbarkeit. Wenn kurzfristig High Priority zur Tür herein tritt und sich dazwischen schiebt. Wobei ich für solche Fälle meist noch genug Geschwindigkeitsspielraum nach oben offen habe und einfach noch etwas mehr anziehe. Problematisch wird es eigentlich nur dann, wenn ich die Zeit laufen lasse und es mir währenddessen den Motor zerlegt. Wenn ich zwei Tage Zeit habe, wenige Stunden für den Speed-Durchlauf einkalkuliere, die natürlich in dem letzten Drittel der 48 Stunden liegen, und ich bis dato aber gesundheitlich befallen werde. In einer Form, die sich nicht binnen 12 Stunden auflöst sondern sich in den nächsten Morgen schleppt und ausbreitet. So dass ich jetzt erschöpft, niesend und müde da liege und eigentlich noch etwas machen müsste.

Oder zumindest den inneren Anspruch habe. Weil so entscheidend ist die Fertigstellung auch nicht. Anders als bei Klausuren, bei denen ich am Tag vorher ranklotzen musste, ungeachtet dessen was war. Mir fällt es nicht leicht das Kämpfen einfach sein zu lassen und mich hinzulegen. Zu sagen “Gut, dann halt nicht.”. Davon geht die Welt nicht unter, werden keine Köpfe abgerissen und man nicht gleich verstoßen. Wobei sich gleichzeitig sagen lässt “Hättest du mal früher angefangen.”, was vollkommen zutreffend ist. Vielleicht auch ein Grund, warum ich es dann fast immer durchziehe, komme was wolle.

Und so werde ich jetzt zumindest einen Oberflächenschnitt machen. Einen Grundstein legen. Nicht, dass den jemand sehen würde, aber zur… man könnte wohl fast sagen Beruhigung des Gewissens, eher eine Absicherung.

Robby, more rest

Selbstläufer

Der letzte Block eines Workshops, das Thema “Abschied”. Ziel war es Fragetechniken zu üben, den Umgang mit Abschied zu beleuchten und davon ausgehend ein Symbol zu finden. Eigentlich auf den Kurs bezogen, entdeckte unsere Gruppe gleich ein universelles Bildnis des Einzelnen.

Ich bin kein Freund von Abschieden. Das wusste ich schon vorher, allerdings ist mir dort erst richtig bewusst geworden, dass ich die Phasen meines Lebens relativ unbeeindruckt durchlaufe und durchlaufen habe. Kindergarten, Schule, Gymnasium, Sonderschule, Universität – der Blick war eigentlich stets nach vorne gerichtet. Die Freude auf den nächsten Schritt, statt auf den bereits gegangenen Weg zu schauen. Auch von zu Hause bin ich unproblematisch ausgezogen, gut, vorerst nur vorübergehend und ohne mein komplettes Hab und Gut, aber ohne irgendwelche Schwere.

Zynischerweise könnte ich sagen “Es gibt nichts, was mich hält.”. Und traurigerweise ist da wohl etwas Wahres dran. Die wenigen Menschen, die mir wirklich etwas bedeuten, halte ich in meinem Leben. Daran ändert auch das Heraustreten aus einer gemeinsamen Lebensumwelt nichts. Kein Grund für einen Abschied, weil es keinen gibt.

Bei dem Symbol ließ ich mich zuerst einen aufsteigenden Pfeil geben. Einer, wie man ihn bei aufsteigenden Aktienkursen findet. Einfach aus dem Grund, weil ich beruflich, so kann ich wohl sagen, einen ziemlich straighten und vor allem unkomplizierten Weg gegangen bin. Kindergarten, Schule, Gymnasium, Sonderschule, Universität, Praktikumsplatz – ein Schritt folgt auf den nächsten, wie von selbst. Ich bin ein Selbstläufer, irgendwann einmal angestoßen gehe ich jetzt ganz einfach meinen Weg.

Dieses Bild repräsentiert zudem den Fakt einer gewissen Einsamkeit oder zumindest eines Alleinseins. Das ist wohl durch noch mehr Faktoren als meinen “Erfolg” bedingt, aber jedenfalls ziemlich passend. Wenngleich ich meinte, dass auf den anderen Bahnen neben mir noch welche laufen. Aber eben jeder für sich. Stichworte Freiheit, Freiwilligkeit und Autonomie.

Später fiel mir ein, dass der Selbstläufer auch im Zusammenhang mit Nichtabschieden passt. Wie viele wichtige Menschen – Frauen – wären wohl schon aus meinem Leben getreten, wäre ich ihnen nicht “hinterher gerannt”. Well, little stupid boy. Aber so bin ich eben. Wenn ich nicht möchte, das jemand geht, tue ich alles mir mögliche um ihn zum Bleiben zu bewegen. Selbst, wenn ich ihn dafür gehen lassen muss.1

Was (scheinbar) wirkliche Abschiede anbetrifft… reden wir nicht darüber.

Robby, they kill my heart

  1. Ha, der Satz soll nur zur Verwirrung und geistigen Aktivierung dienen. []

Irgendwas läuft falsch

Ausgangspunkt ist der Spiegelartikel über einen Steuersünder, der seine Bank verklagt, weil diese ihn zu spät über den Diebstahl der Kontodaten informiert hat. Das Gericht gibt ihm recht und weist ihm einen Teil seiner steuerlich unterschlagenen Summe zu.

Da haben wir also einen Kriminellen, der sich nicht unbedingt auf Kosten, aber zum Schaden der Gesellschaft bereichert, dabei erwischt wird und sich anschließend beschwert, weil ihm keiner rechtzeitig Bescheid gesagt hat. Sorry, aber das finde ich echt armselig. Wenn, dann richtig. Und nicht “Hätten sie mir mal gesagt, dass ich auffliegen kann, dann hätte ich mich vorher gestellt.”. Und sonst nicht, Herr Saubermann.
Stellt sich die Frage, ob die Bank ob der Machenschaften ihres Klienten wusste. Falls ja, trifft es immerhin die selbe kriminelle Struktur, falls nicht, sollte das Urteil obsolet sein. Außer man muss heutzutage immer damit rechnen, dass Kriminelle das Geld bei einem bunkern.

Spaßigerweise müsste jede größere Bank ihren Anlegern mal mitteilen, dass Kontodaten geklaut wurden. Ich wäre gespannt, wie viele Steuersünder sich plötzlich selbst anzeigen. Erbärmlich.

Robby, Recht und Gerechtigkeit

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